Erzgebirge Aue: Helge Leonhardt kritisiert die sportliche Leitung

Klubboss vermisst ein Testspiel in der Länderspielpause

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Freitag, 09.10.20 | 08:01
Helge Leonhardt

Sorgt wieder einmal für Aufsehen: Helge Leonhardt. © imago images / Picture Point

Die vorübergehende Quarantäne im Anschluss an die positiven Corona-Tests am vergangenen Wochenende vor dem deshalb auch abgesagten und nun für den 21. Oktober neu angesetzten Gastspiel beim Hamburger SV hat Erzgebirge Aue hinter sich. Dennoch ist Klubboss Helge Leonhardt nicht zufrieden damit, wie sich die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster auf das Heimspiel am 18. Oktober gegen den 1. FC Heidenheim vorbereitet.

„ Da erwarte ich vom Trainer- und Funktionsstab eine andere Herangehensweise. ”
Helge Leonhardt

Auf bemerkenswerte Art und Weise kritisierte Leonhardt gegenüber Tag24, dass die Veilchen nach jetzigem Stand in der Länderspielpause kein Testspiel bestreiten werden. „Da erwarte ich vom Trainer- und Funktionsstab eine andere Herangehensweise. Zum Hörer greifen und anfragen. Es gibt genügend Mannschaften, ob Wolfsburg, Hertha BSC und Union Berlin oder bei uns in der Region Auerbach“, so Leonhardt, der davon ausgeht, dass seine Worte auf fruchtbaren Boden fallen: „Aber ich denke, wir kriegen das trotzdem noch hin!“

Leonhardt fordert längerfristige Planung

Aber auch dann, wenn sich kurzfristig noch ein Testspielgegner finden ließe, bleibe ein Rüffel für die sportliche Leitung um Trainer Schuster: „Die Länderspiel-Termine sind frühzeitig bekannt. Da ist es bereits ein Vierteljahr im Voraus möglich zu planen. Unterbleibt das, ist es ein klarer Fehler!“

Insbesondere für die erst spät verpflichteten Neuzugänge wie Ben Zolinski und Antonio Jonjic wäre ein Testspiel aus Sicht von Leonhardt wichtig: „Gerade die letzten Neuen, die nach dem Ligastart kamen und dadurch nicht mit im Trainingslager waren, müssen herangeführt werden“, bemängelt der 61-Jährige, der mit seinen öffentlichen Aussagen einmal mehr auch unterstrichen hat, wer im Erzgebirge nach wie vor der starke Mann ist.

Ob und inwieweit die sportliche Leitung auf die Forderungen Leonhardts reagiert, bleibt abzuwarten. Sonderlich erfreut dürfte Dirk Schuster über die Einmischung in sein Kerngebiet der Trainingsplanung, zu der letztlich auch die Entscheidung für oder gegen Testspiele gehört, indes nicht sein.