Erzgebirge Aue: Mangelnde Durchlässigkeit als Manko

Eigengewächse schaffen den Durchbruch nicht

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Donnerstag, 23.07.20 | 09:55
Robert Jendrusch

Das einzige Auer Eigengewächs mit Einsätzen in der vergangenen Saison: Robert Jendrusch. © imago images / Picture Point

Der siebte Platz, mit dem Erzgebirge Aue die Saison 2019/20 abgeschlossen hat, war nach Rang fünf in der Spielzeit 2010/11 das beste Ergebnis seit der Wende. Zufall war dieser Erfolg nur bedingt, sondern vielmehr das Resultat einer kontinuierlichen Arbeit, bei der eine klare Linie auch bei wechselnden Protagonisten auf der Trainerbank erkennbar ist.

Insbesondere natürlich in der Personalpolitik, bei der die Verantwortlichen um Klubboss Helge Leonhardt in den vergangenen Jahren ein gutes Händchen bewiesen und mit vergleichsweise geringen Mitteln ein schlagkräftiges Team zusammengestellt haben, mit dem zumindest bis zur Corona-Krise auch stattliche Werte geschaffen wurden. Verschiedene Akteure, allen voran der vom 1. FC Union Berlin umgarnte Florian Krüger, haben sich andernorts ins Blickfeld gespielt.

Ein kleiner Wermutstropfen ist indes, dass Krüger nicht aus dem eigenen Nachwuchs stammt, sondern wie unter anderem auch Tom Baumgart oder John-Patrick Strauß bereits als Jungprofis nach Aue kamen. Die eigene Jugendarbeit lieferte hingegen in den letzten Jahren nicht wirklich Nachschub für die erste Mannschaft.

Jendrusch das einzige Eigengewächs mit Einsätzen 2019/20

Von den Spielern, die vergangene Saison zum Zug kamen, entstammt lediglich Ersatzkeeper Robert Jendrusch der Veilchen-Schmiede. Weitere Eigengewächse wie Niklas Jeck und Paul Horschig (beide VfB Auerbach) sammelten immerhin auf Leihbasis Spielpraxis in unteren Klassen. Der gleiche Plan ging bei Sascha Härtel (FSV Zwickau), der es verletzungsbedingt nur auf einen Drittliga-Einsatz brachte, dagegen nicht auf.

Nach jetzigem Stand gehören Jeck, Horschig und Härtel dem Kader des FCE wieder an. Noch hat das Trio damit die Chance, den Durchbruch zu schaffen, was anderen, in jüngerer Vergangenheit aus der eigenen U19 aufgerückten Akteuren wie Vincent Michl (zuletzt FC Einheit Rudolstadt), Marcin Sieber (VfB Auerbach), Mario Seidel (zuletzt Kickers Offenbach), Hakki Yildiz (Nigde Anadolu, 3. Liga Türkei) oder dem gerade vom ZFC Meuselwitz zum Chemnitzer FC gewechselten Alexander Dartsch nicht gelungen ist.