Hannover 96: Eine neue Chance für Marvin Bakalorz?

Ersatz für den gelbgesperrten Waldemar Anton gesucht

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Freitag, 29.05.20 | 08:33

Marvin Bakalorz

Kapitän Marvin Bakalorz darf in Sandhausen auf die Startelf hoffen. © imago images / Joachim Sielski

Trotz des 4:2-Sieges beim VfL Osnabrück begann Hannover 96 am Mittwoch gegen den Karlsruher SC (1:1) auf gleich drei Positionen verändert. Alle drei Wechsel erfolgten aber aus gutem Grund. Während Marvin Ducksch und Hendrik Weydandt in Osnabrück als Joker den deutlich besseren Eindruck hinterlassen hatten als die Startstürmer Cedric Teuchert und John Guidetti, blieb der in der letzten Woche leicht angeschlagene Linton Maina wohl aus Gründen der Vorsicht zunächst auf der Bank

Anstelle von Maina wechselte Genki Haraguchi auf den rechten Flügel und Edgar Prib, der erst zum zweiten Mal im Jahr 2020 begann, durfte links offensiv ran. Davon ausgehend, dass Maina am Samstag beim Auswärtsspiel in Sandhausen wieder eine Option für die Startelf ist, könnte es für Prib trotz seines Treffers gegen zur zwischenzeitlichen Führung gegen den KSC eng werden.

Es sei denn, Prib rückt ins zentrale Mittelfeld, wo der Vize-Kapitän unter Trainer Mirko Slomka an den ersten zwölf Spieltagen gesetzt war und Waldemar Anton in Sandhausen gelbgesperrt fehlt. Slomkas Nachfolger Kenan Kocak baut indes eher sporadisch auf den 30-Jährigen, der mit diesem Schicksal aber nicht der einzige Routinier im Kader ist.

Stendera gegen Karlsruhe komplett außen vor

Auch der eigentliche Spielführer Marvin Bakalorz kommt über eine Nebenrolle nicht hinaus. Nach einem Kurzeinsatz in der Schlussphase in Osnabrück blieb der ebenfalls 30-Jährige gegen Karlsruhe komplett auf der Bank. Antons Sperre könnte nun aber auch für Bakalorz eine neue Chance bedeuten.

Neben Bakalorz und Prib wäre grundsätzlich auch Marc Stendera eine Option als Partner von Dominik Kaiser auf der Doppelsechs, doch der ehemalige Frankfurter stand, obwohl fit, gegen den KSC gar nicht im 20er-Kader. Dass Stendera direkt in die erste Elf rückt, ist daher kaum zu erwarten.

Schließlich könnte Coach Kocak im defensiven Mittelfeld auch zu der Variante greifen, mit der im Februar mit 0:1 bei Arminia Bielefeld verloren wurde. Damals lief Haraguchi neben Kaiser auf, während Anton in einer Dreierkette verteidigte.

Am zuletzt gut funktionierenden 4-4-2 wird Kocak aber wohl kaum schrauben. Und weil Haraguchi als zweiter Sechser vor nur zwei Innenverteidigern schon eine recht offensive und eher riskante Alternative wäre, läuft es vermutlich schon auf ein Duell zwischen Bakalorz und Prib hinaus.