TSV 1860 München: Hinrunden-Rückblick

So lief der 1. Teil der Saison 2016/17

Autor: Dennis Keller Veröffentlicht: Donnerstag, 29.12.16 | 07:09
Stefan Aigner im Trikot von 1860 München.

Großer Hoffnungsträger, aber lange verletzt: Stefan Aigner konnte den Löwen bisher kaum helfen. ©Imago

Eigentlich sollte an der Grünwalder Straße in diesem Jahr alles besser werden. Angesichts der prominenten Neuverpflichtungen im Sommer (z.B. Ivica Olic, Stefan Aigner und Karim Matmour) träumte der eine oder andere „Löwen“-Fan bereits von der langersehnten Rückkehr ins Fußball-Oberhaus. Doch daraus wird nach der verkorksten Hinrunde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nichts werden. Liga-Zwei.de blickt zurück.

Vielversprechender Start und schnelle Talfahrt

Es begann eigentlich ganz gut: An den ersten vier Spieltagen verlor der Fast-Absteiger der vergangenen beiden Jahre nur ein Spiel, holte aber selbst zwei Siege. Danach begann allerdings mit dem 1:2 gegen Union Berlin die sportliche Talfahrt. Von den folgenden sechs Partien gewannen die Münchener kein einziges mehr, dabei setzte es sogar fünf Niederlagen. Es folgte beim 6:2 gegen Erzgebirge Aue ein Zwischenhoch, das aber nur kurz anhalten sollte.

Lediglich zwei Spieltage später wurde der erst im Sommer verpflichtete Trainer Kosta Runjaic vor die Tür gesetzt. Es übernahm mit Daniel Bierofka der Mann, der die „Löwen“ schon im Mai vor dem Abstieg gerettet hatte, dann aber wieder ins zweite Glied zurückrutschte. Viel Glück hat Bierofka den Sechzgern aber dieses Mal nicht gebracht: Er verlor zwei der drei Partien als Coach, nur gegen Dynamo Dresden konnte er – sehr glücklich – gewinnen.

Chaos pur

Der TSV ist vor allem auswärts einfach zu harmlos: Erst ein Sieg konnte auf fremdem Terrain bejubelt werden, demgegenüber stehen sechs Pleiten und zwei Unentschieden. Dabei fällt auf, dass 1860 gerade in der ersten Halbzeit noch nicht richtig wach zu sein scheint, kassierte es vor dem Seitenwechsel doch mehr Gegentore als jeder andere Zweitligist. Erfahrung (die „Löwen“ sind das älteste Team der Liga) ist also nicht immer Gold wert.

Ohne Frage haben aber auch die ganzen Nebenkriegsschauplätze zum sportlich schwachen Auftreten beigetragen, denn der Verein von der Grünwalder Straße versinkt wieder einmal im Chaos. Nicht nur die Entlassung von Runjaic, sondern auch die des, ebenfalls erst vor Kurzem geholten, Sportdirektors Thomas Eichin haben Fragen aufgeworfen. In erster Linie die, ob Investor Hasan Ismaik wirklich weiß, was er tut. In der Hinrunde hatte man diesen Eindruck jedenfalls nicht.

Dass der Neu-Trainer Vitor Pereira bei seiner Vorstellung direkt das Ziel „Bundesliga“ ausrief, lässt den neutralen Beobachtern nur mit dem Kopf schütteln. Zwar will sich der Klub mit dem Aufstieg bis 2018 Zeit lassen, angesichts der bisherigen Leistungen wäre etwas mehr Demut sicher nicht verkehrt.