TSV 1860 München: Was wird aus Stefan Aigner?

Rücktritt als Kapitän und nicht im Kader

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Freitag, 03.02.17 | 10:00
Stefan Aigner

Als Löwen-Kapitän zurückgetreten: Stefan Aigner © Imago

Nach wenigen Wochen im Amt bekommt Vitor Pereira erstmals einen Eindruck davon, warum sich der TSV 1860 München in den vergangenen Jahren den Ruf eines Chaosklubs erworben hat. Obwohl der Start in die Rückrunde mit einem 2:1-Sieg gegen Greuther Fürth gelungen ist, herrscht an der Grünwalder Straße wieder einmal mächtig Unruhe und das gleich an mehreren Fronten.

Aigner mit Vereinspolitik offenkundig unzufrieden

Noch weitaus mehr als die Trennung von Torwartrainer Andreas Menger und der Entzug der Dauerakkreditierungen für drei Tageszeitungen sorgt aktuell die Personalie Stefan Aigner für Aufregung. Der im Sommer als Königstransfer von Eintracht Frankfurt zurückgekehrte Publikumsliebling, der verletzungsbedingt bislang erst neun Spiele bestreiten konnte und nach gutem Start seit einer längeren Zwangspause im Herbst nach seiner Form sucht, fehlt beim heutigen Auftritt bei Arminia Bielefeld im 18er-Kader. Und, noch bedeutender, Aigner hat seinen Rücktritt als Kapitän erklärt.

„ Ich habe Trainer Vitor Pereira darum gebeten, mich vom Kapitäns-Amt zu entbinden. ”
Stefan Aigner

Ja, das stimmt. Ich habe Trainer Vitor Pereira am Mittwoch darum gebeten, mich so schnell als möglich vom Kapitäns-Amt zu entbinden“, bestätigte Aigner seinen Rücktritt gegenüber Bild und nannte dafür auch Gründe: „Ich bin im Sommer zurückgekommen, um mit 1860 Erfolg zu haben. Der Aufstieg in die Bundesliga war das klare Ziel. Aber durch verschiedene Umstände, wie Verletzungen und Personalwechsel, hat sich die Situation grundlegend verändert. In dieser neuen Situation kann ich das Amt des Kapitäns nicht zu 100 Prozent ausführen“, so der 29-Jährige, der zwar auch die Suche nach seiner eigenen Form als Grund anführt, zwischen den Zeilen aber erkennen lässt, längst nicht mit allem, was im und um den Verein herum passiert, einverstanden zu sein.

Verein prüft rechtliche Schritte

Dazu passt, dass die Vereinsführung laut dem Münchner Merkur arbeitsrechtliche Schritte gegen Aigner prüfen soll, da das Interview mit der „Bild“ nicht vom Klub autorisiert war. Der „Merkur“ schreibt weiter, dass das Tischtuch zwischen dem Verein und Aigner zerschnitten scheint – sollte es tatsächlich zu rechtlichen Schritten und eine Strafe für den Ur-Löwen kommen, dürfte der Riss in der Tat kaum mehr zu kitten sein.

Man darf auf jeden Fall gespannt sein, wie es weitergeht. Klar ist, dass ein Vereinswechsel nach dem Ende der Transferperiode in großen Teilen Europas allenfalls noch in einige wenige Länder wie Russland, China oder die USA möglich wäre.

Gewinnt 1860 in Bielefeld? Jetzt wetten!