Erzgebirge Aue: Defensiv schon komplett?

Alle Verteidigerpositionen mindestens doppelt besetzt

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Montag, 03.08.20 | 11:37
Dirk Schuster

Konnte am Samstag seine ersten beiden Neuzugänge begrüßen: Dirk Schuster. © imago images / foto2press

Beim Trainingauftakt am Samstag hat Erzgebirge Aue nicht nur mit Florian Ballas (Dynamo Dresden) und Gaetan Bussmann (EA Guingamp) seine beiden ersten Neuzugänge präsentiert, sondern auch die Vertragsverlängerung mit John Patrick Strauß bis 2021 inklusive Option auf eine weitere Spielzeit verkündet. Dagegen ist die angedachte Ausleihe von Tom Krauß wohl geplatzt. Das Mittelfeldtalent von RB Leipzig wird stattdessen laut Bild und kicker.de auf Leihbasis zum 1. FC Nürnberg wechseln.

Dennoch und obwohl die Transferaktivitäten noch nicht abgeschlossen sind, scheint Aue für die neue Spielzeit schon ordentlich aufgestellt. Das gilt dank der ersten beiden Neuzugänge insbesondere auch für den Defensivbereich, wenn man die vakante Stelle des zweiten Torhüters, für die Felix Dornebusch im Gespräch ist, einmal ausklammert.

Sechs Innenverteidiger sind aktuell nicht zu viele

Obwohl mit den Leihspielern Marko Mihojevic und Jacob Rasmussen sowie mit Filip Kusic drei Innenverteidiger den Verein verlassen haben und auch Linksverteidiger Dennis Kempe nicht mehr zum Aufgebot von Trainer Dirk Schuster gehört, sind zumindest auf dem Papier alle Positionen doppelt besetzt, selbst wenn man in diesem Zusammenhang für eine Dreierkette sechs gelernte Innenverteidiger ansetzen würde.

Denn neben Neuzugang Ballas steht mit Sören Gonther, Malcom Cacutalua, Fabian Kalig, Steve Breitkreuz und dem von einer Ausleihe zum VfB Auerbach zurückgekehrten Niklas Jeck diese Anzahl an zentralen Abwehrspielern im Kader. Hinzu kommt sogar noch Louis Samson, der schon häufiger als zentrales Glied einer Dreierkette aufgelaufen ist.

Weil Kalig und Breitkreuz nach langen Verletzungspausen unsichere Größen sind und Jeck auch noch keine vollwertige Alternative darstellt, ist Aue in Sachen Innenverteidigung im Moment aber keineswegs überbesetzt. Ob in diesem Bereich noch einmal nachgebessert wird, dürfte auch von der Entwicklung bei Kalig und Breitkreuz abhängen. Zeit für Transfers bleibt in diesem Jahr bis zum 5. Oktober.

Defensive Außenbahnen schon gut besetzt

Kein Handlungsbedarf mehr besteht unterdessen auf den defensiven Außenbahnen. Während für die rechte Seite neben Calogero Rizzuto nun auch Strauß weiterhin zur Verfügung steht, sind nach jetzigem Stand Neuzugang Bussmann sowie die zuletzt verliehenen Sascha Härtel und Robert Herrmann die Optionen auf links. Rizzuto ist überdies beidseitig einsetzbar und auch links eine Alternative, während bei offensiverer Ausrichtung auch Tom Baumgart und Florian Krüger die Außenbahnen besetzen können.

Angesichts dessen, dass Aues Boss Helge Leonhardt den Kader insgesamt verschlanken möchte, dürften die Planungen auf den Außenverteidigerpositionen zumindest in Sachen Neuzugänge abgeschlossen sein. Nichtsdestotrotz darf man auch in Aue gespannt sein, was passiert, wenn der Transfermarkt richtig Fahrt aufnimmt.