Erzgebirge Aue: Helge Leonhardt plant Ausgliederung

Nur mit Investor weiter konkurrenzfähig?

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Mittwoch, 15.07.20 | 18:26
Helge Leonhardt

Sorgt mit seinen Plänen für Aufsehen: Helge Leonhardt © Imago

Erst am Samstag haben die Mitglieder des VfL Bochum für die von den Verantwortlichen beworbene Ausgliederung der Profi-Fußballabteilung aus dem Hauptverein und die Gründung einer Kapitalgesellschaft votiert. Ein Modell, das auch bei Erzgebirge Aue für die Zukunft angedacht ist, wie Präsident Helge Leonhardt nun im Interview mit dem „Kicker“ (Ausgabe 82/2017 vom 09.10.2017) verriet.

„Ich werde dem Verein zu einem geeigneten Zeitpunkt empfehlen, die Profiabteilung auszugliedern und sich damit für Kapitalgeber zu öffnen, um zeitgemäße, professionelle und zukunftsorientierte Strukturen einzuführen, damit du vielleicht die Betondecke durchstoßen kannst“, so Leonhardt, der generell den deutschen Fußball in diesem Zusammenhang gegenüber Ländern wie England oder Spanien zunehmend im Nachteil sieht.

Mit Blick auf den FC Erzgebirge ist für Leonhardt mit einer aktuell zweitligatauglichen Mannschaft, dem neuen Nachwuchsleistungszentrum und dem fast fertigen Stadion ein Punkt erreicht, an dem es „normalerweise nicht mehr höher“ geht. Zumindest unter den derzeitigen finanziellen Rahmenbedingungen seien Siege gegen wirtschaftlich deutlich stärkere Vereine wie den FC Ingolstadt oder den 1. FC Nürnberg eine „Momentaufnahme“.

Leonhardt plant keine Übernahme

Leonhardt, der selbst ausschließt, im Falle einer Ausgliederung die Stimmenmehrheit zu übernehmen, ist sich darüber im Klaren, dass dieses Thema für reichlich Diskussionen sorgen und es nicht einfach würde, die Mitglieder zu überzeugen.

Momentan ist aber laut Leonhardt noch nichts spruchreif, da bislang erst intern über grundsätzliche Dinge diskutiert wurde. Klar ist indes schon, dass mögliche Investoren eine Verbindung zu Verein und Region haben sollten.

„ Mir geht es um unsere Wettbewerbsfähigkeit, um regionale Investoren. ”
Helge Leonhardt

„Mir geht es um unsere Wettbewerbsfähigkeit, um regionale Investoren – und nicht darum, den Weg für den Einstieg eines Russen, Chinesen oder Arabers freizumachen oder an der Tradition oder der Fangemeinde zu rütteln“, gilt für Leonhardt die oberste Prämisse, den Charakter des Vereins zu erhalten – Diskussionen dürfte es rund um die nun publik gemachten Pläne Leonhardts gleichwohl dennoch sehr viele geben.

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