Erzgebirge Aue: Ist dank der Heimstärke mehr drin?

Veilchen im eigenen Stadion eine Macht

Dimitrij Nazarov

Nur der VfL Bochum erzielte zu Hause noch mehr Tore als Dimitrij Nazarov und Co. © imago images / Picture Point

Mit 29 Punkten aus den ersten 18 Spielen auf Rang fünf zu überwintern, hätten vor der Saison Erzgebirge Aue wohl nur die wenigsten zugetraut. Doch die Veilchen, die im Sommer mit Emmanuel Iyoha nur einen schmerzhaften Abgang zu verkraften hatten, haben ihre schon in der vergangenen Saison positive Entwicklung nach dem früh erfolgten Trainerwechsel von Daniel Meyer zu Dirk Schuster weiter fortgesetzt.

Kommt es nach der Winterpause nicht zu einem totalen Einbruch, wofür es freilich keinerlei Anzeichen gibt, darf man sich in Aue auf eine sorgenfreie Rückrunde freuen. Und womöglich sogar noch auf mehr hoffen? Gedanken an einen ganz großen Coup sind angesichts von nur zwei Punkten Rückstand auf die Plätze zwei und drei sowie die strauchelnden Top-Favoriten aus Hamburg und Stuttgart keineswegs völlig abwegig.

Ein Trumpf der Veilchen ist dabei sicher die ausgeprägte Heimstärke. 23 von 27 möglichen Punkten holte der FCE im eigenen Stadion und ist damit das beste Heimteam der Liga. Direkt im zweiten Spiel nach der Winterpause gastiert Herbstmeister Arminia Bielefeld in Aue und am 24. Spieltag muss auch noch der HSV ins Erzgebirge. Ist die Ausbeute vor heimischem Publikum auch nach diesen beiden Spielen noch annähernd optimal, würden die Bundesliga-Träume an Intensität vermutlich zunehmen.

Auswärts mit reichlich Luft nach oben

Allerdings wird es für einen Platz unter den ersten Drei mutmaßlich nicht reichen, nur die Heimspiele zu gewinnen. Vielmehr muss Aue dafür auch in der Fremde zulegen, wo nur der VfL Bochum, der FC St. Pauli und Dynamo Dresden noch weniger Punkte geholt haben. Die Veilchen verloren bei lediglich einem Sieg und drei Unentschieden schon fünf Auswärtsspiele. Auch, weil die mit 20 Toren zweitbeste Heimoffensive (2,22 im Schnitt) in neun Auswärtsspielen nur neunmal getroffen hat.

Zu einem nicht unwesentlichen Faktor könnte in den nächsten Wochen und Monaten Trainer Schuster werden, der 2014/15 mit Darmstadt 98 bereits einen absoluten Außenseiter völlig überraschend in die Bundesliga führte – die Lilien lagen damals zwar in der Auswärtstabelle nur auf Rang sechs, waren aber das beste Heimteam der Liga.