Erzgebirge Aue: Keine überstürzten Personalentscheidungen

Kader soll insgesamt aber kleiner werden

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Sonntag, 28.06.20 | 17:42

Helge Leonhardt

Macht sich einige Gedanken über die nächsten Wochen und Monate: Helge Leonhardt. © imago images / Picture Point

Mit einem deutlichen Sieg am heutigen Sonntag bei Jahn Regensburg könnte Erzgebirge Aue im Optimalfall noch bis auf Rang sechs klettern, während im Falle einer Niederlage Platz elf das Worst-Case-Szenario wäre. Sicherlich eine Ausgangsposition, die man in Aue vor der Saison sofort unterschrieben hätte, ist doch im Erzgebirge stets das oberste Ziel, den Klassenerhalt zu schaffen bzw. nichts mit dem Abstiegskampf zu tun zu haben.

Auch kommende Saison will der FCE eine gute Rolle spielen und nach Möglichkeit nicht zittern. Dafür gilt es in den kommenden Wochen auch personell die Voraussetzungen zu schaffen, denn die eine oder andere Baustelle, insbesondere im zentralen Defensivbereich, ist im Kader schon vorhanden.

Allerdings ist zeitnah nicht mit weiteren Entscheidungen zu rechnen. "Aufgrund der derzeitigen wirtschaftlichen Situation werden vorerst keine Verträge verlängert. Konkret wird es frühestens ab Mitte Juli, wenn wir genauer abschätzen können, in welchem Umfang wir in den jeweiligen Einnahmebereichen planen können. Das betrifft in erster Linie Fernsehgelder und die Rückmeldung von Sponsoren", ließ Klubboss Helge Leonhardt nun gegenüber Tag24 durchblicken, dass Akteure mit am Dienstag endenden Verträgen wie Dennis Kempe, John-Patrick Strauß oder Robert Jendrusch erst einmal noch mit Ungewissheit die eigene Zukunft betreffend leben müssen.

Kein wirtschaftliches Risiko auf dem Transfermarkt

Leonhardt kündigte zudem schon ein geringeres Budget und eine im Zuge dessen geplante Verschlankung des Kaders an, die auch mittels Leihgeschäften erreicht werden könnte.

Nichtsdestotrotz will sich Aue auf dem Transfermarkt auch verstärken, allerdings ohne Risiko. "Wir haben bereits jetzt eine Liste von 60 Kandidaten", verriet Leonhardt, dass die Scouting-Abteilung bereits auf Hochtouren arbeitet, betonte aber zugleich, dass die finanzielle Stabilität nicht gefährdet werden soll: "Wir werden nicht blauäugig wirtschaften."

Da die neue Saison erst Mitte September beginnen wird, will Leonhardt auf dem Transfermarkt dem Grundsatz "Sorgfalt vor Eile" folgen. Auch in der Hoffnung, dass im Laufe der kommenden Wochen und Monate "wegen der Verwerfungen in den in- und ausländischen Ligen" noch weitere Akteure auf den Markt kommen und vielleicht das eine oder andere Schnäppchen möglich wird.

Das Restprogramm von Erzgebirge Aue