Erzgebirge Aue: Personell und taktisch flexibel

Der Kader für die Rückrunde steht

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Mittwoch, 15.01.20 | 08:10

Dirk Schuster

Hat seinen Kader für die Rückrunde schon zusammen: Dirk Schuster. © imago images / foto2press

Bei der gestrigen 2:3-Niederlage im Testspiel gegen die SpVgg Unterhaching feierte Jacob Rasmussen seinen 45-minütigen Einstand im Trikot von Erzgebirge Aue. Der dänische Defensivmann, der bis zum Saisonende vom AC Florenz ausgeliehen wurde, soll die verletzungsbedingten Ausfälle von Fabian Kalig und Steve Breitkreuz kompensieren. Auch, weil es darüber hinaus keine Verletzungssorgen gibt, wird Rasmussen aller Voraussicht nach der einzige Winterneuzugang bleiben.

Gegenüber dem vereinseigenen FCE.TV erklärte Präsident Helge Leonhardt, dem vorhandenen Aufgebot auch mit Blick auf die bereits eingefahrenen 29 Punkte das Vertrauen schenken und darüber hinaus das mit weiteren Transfers verbundene Risiko aufkommender Unruhe im Team vermeiden zu wollen.

Aber auch ohne weiteren Neuzugang scheinen die Veilchen gut aufgestellt. Der aktuelle Kader bietet sowohl personell als auch taktisch einige Alternativen. Neben dem in der Hinrunde lange praktizierten 4-2-3-1 hat in den beiden letzten Spielen vor Weihnachten gegen Jahn Regensburg (1:0) und Greuther Fürth (3:1) auch die Variante mit Dreier- bzw. bei gegnerischem Ballbesitz Fünferkette gut funktioniert.

Große Auswahl auch in der Offensive

Mit Neuzugang Rasmussen steht neben Sören Gonther und Marko Mihojevic sowie dem nach langer Verletzungspause auch wieder fitten Malcolm Cacutalua ein weiterer Innenverteidiger zur Verfügung. Weil auch die nominellen Sechser Dominik Wydra und Louis Samson in der letzten Reihe spielen können, besteht zum einen reichlich Auswahl, herrscht zum anderen aber auch ein intensiver Konkurrenzkampf.

Das gilt auch für die defensiven Außenbahnen. Während sich Calogero Rizzuto schon auf beiden Seiten bewährt hat, bewerben sich links Dennis Kempe und rechts John-Patrick Strauß. Rasmussen kann ebenfalls auf der linken Seite spielen. Zudem wäre Tom Baumgart bei offensiver Ausrichtung mit einer Dreierkette im Rücken ebenfalls eine Option für die rechte Bahn.

Offensiv könnte es für Baumgart wie in den letzten Wochen im alten Jahr hingegen eng werden. Vor den auf der Doppelsechs gesetzten Philipp Riese und Clemens Fandrich hat auch Dimitrij Nazarov seinen Platz sicher. Je nach System sind folglich nur noch zwei oder drei Plätze in der Startelf frei. Vor der Winterpause setzte Trainer Schuster auf eine Doppelspitze mit Florian Krüger und Jan Hochscheidt, sodass auch Mittelstürmer Pascal Testroet mit der Bank vorlieb nehmen musste.

Im 4-2-3-1 blieben neben Zehner Nazarov noch drei Offensivpositionen. Hochscheidt, Krüger und Baumgart wären dann die Kandidaten für die beiden Flügel, während den Platz im Sturmzentrum Testroet, Philipp Zulechner und Christoph Daferner unter sich ausmachen würden. Aber auch Krüger wäre zentral vorstellbar.

Für Trainer Schuster gibt es sicherlich unangenehmere Situationen, als auf mehreren Positionen enge Entscheidungen treffen zu müssen und zugleich noch starke Alternativen in der Hinterhand zu wissen. Weitere Nachbesserungen scheinen mit Blick auf die vorhandenen Möglichkeiten in der Tat verzichtbar.