Erzgebirge Aue: Was machen die Leihspieler?

Gute Entwicklung & und ein starkes Comeback

Robert Herrmann bei den Würzburger Kickers

Nutzt seine Chance bei den Würzburger Kickers: Robert Herrmann. ©Imago Images/Jan Huebner

In Zeiten der Corona-Krise sind Prognosen auf die Zukunft nur schwer möglich. Das betrifft auch die Kaderplanung der Zweitligisten. Sicher ist aber: Zurückkehren werden die verliehenen Kicker, die Spielpraxis sammeln sollten. Wie hat das bei den Veilchen funktioniert?

Vier Spieler verließen im Sommer das Erzgebirge, um sich an anderer Stelle zu beweisen: Robert Herrmann, Paul Horschig, Niklas Jeck und Sascha Härtel. Die Entwicklung der Akteure verlief in der Saison teils sehr unterschiedlich.

Härtel beweist Comeback-Qualitäten

Pech hatte Sascha Härtel: Er ist an den FSV Zwickau ausgeliehen, wo er es schwer hatte, in die Mannschaft zu kommen. Über ein Testspiel im September vergangenen Jahres sollte er sich empfehlen – doch verletzte sich schwer: Ein Sprunggelenksbruch sowie ein Syndesmosebandriss standen zu Buche.

Härtel bewies jedoch Standhaftigkeit, arbeitete sich heran und stand nicht mal sechs Monate nach der schweren Verletzung Anfang März wieder auf dem Trainingsplatz. Seinen Trainingsrückstand kann er wegen der Corona-Krise allerdings nur in individuellen Einheiten aufholen.

Taktisch gefordert

Auch in die dritte Liga zog es Robert Herrmann, nämlich nach Würzburg. Dort trat Herrmann zunächst auf der linken Defensivseite auf, präsentierte sich als vorlagenstarker Außenverteidiger. Im Laufe der Saison stellte Trainer Michael Schiele mehrfach um, Herrmann rückte auf den offensiven Flügel, wo er zunächst nicht wegzudenken war.

In den Partien vor der Corona-Krise war Herrmann zwar nur Joker, dennoch zahlt sich die Leihe angesichts der vielen Einsätze aus. Zumal sich die Kickers im Verlaufe der Saison enorm steigerten, woran Herrmann seinen Anteil hat. Unter Kickers-Coach Schiele dürfte sich Herrmann auch taktisch nochmal weiterentwickelt haben.

Auerbacher Erfolgsbausteine

In die Regionalliga Nordost, genauer gesagt zum VfB Auerbach ging es für Paul Horschig und Niklas Jeck. Der 1,90 Meter große Horschig, der seit der U19 beim FCE unter Vertrag steht, sammelte 15 Einsätze und übertraf die Erwartungen derart, dass die Auerbacher ihn gerne über die Saison hinaus behalten würden. Das überrascht nicht, ist er doch ein wichtiges Puzzleteil in der Mannschaft von Trainer Sven Köhler, die einen guten neunten Platz belegt.

Niklas Jeck brauchte hingegen etwas Anlaufzeit, hat diese aber genutzt: Insgesamt zehn Startelf-Einsätze stehen für ihn zu Buche, in den letzten vier Partien stand er stets von Anfang an auf dem Feld, ehe der Spielbetrieb wegen der Corona-Krise ausgesetzt wurde. Ob es mit dieser gesammelten Erfahrung reicht, sich beim FC Erzgebirge Aue durchzusetzen, bleibt abzuwarten.

Jedenfalls hatte Vereinspräsident Helge Leonhardt in der Vergangenheit betont, generell auf junge Spieler bauen zu wollen, auch wegen möglicher Transfererlöse bei Verkäufen. Ob die ausgeliehenen Kicker noch etwas Spielpraxis sammeln dürfen, hängt letztlich auch davon ab, wie es mit dem Spielplan in den kommenden Wochen und Monaten weitergeht.