Holstein Kiel: Mit Mut und Selbstvertrauen zum Pokal-Coup

Störche eliminieren den FC Bayern München im Elfmeterschießen

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Donnerstag, 14.01.2021 | 07:03
Fin Bartels

Treffer im Spiel und im Elfmeterschießen: Fin Bartels. © imago images / Christian Schrödter

Nach der inoffiziellen Weihnachtsmeisterschaft wurden Spieler und Verantwortliche von Holstein Kiel nicht müde zu betonen, dass beim Start ins neue Jahr der Fokus klar auf den Aufgaben in der 2. Bundesliga liege und der DFB-Pokal erst in den Tagen vor dem Spiel gegen den FC Bayern München zum Thema würde.

Ob bei allen Akteuren die Prioritäten tatsächlich wie kommuniziert verteilt waren, darf indes bezweifelt werden. Denn während der Jahresauftakt in der Liga mit nur einem Punkt aus zwei Spielen daneben ging, gelang den Störchen am Mittwochabend gegen den Rekordmeister der große Coup in Form eines begeisternden 8:7-Erfolges nach Elfmeterschießen.

Die Mannschaft von Trainer Ole Werner präsentierte sich von der ersten Minute an mutig und spielerisch mit dem FC Bayern durchaus auf Augenhöhe. Besonders bemerkenswert, dass sich die KSV auch von einem zweimaligen Rückstand inklusive eines Abseitstores zum 0:1 nicht aus der Bahn werfen ließ, sondern jeweils ausgleichen konnte. Beim 2:2 in der fünften Minute der Nachspielzeit durch Hauke Wahl war aber natürlich auch eine Portion Glück dabei, zumal der Kapitän den Ball nicht richtig traf, sondern mit der Schulter an Manuel Neuer vorbei ins Netz bugsierte.

Bartels und Werner heben den immer vorhandenen Glauben hervor

Nichtsdestotrotz ist es keineswegs unverdient, dass nun Kiel und nicht der FC Bayern Anfang Februar im Achtelfinale auf Darmstadt 98 trifft. Vielmehr verriet Fin Bartels, der zunächst das 1:1 erzielte und nach der Parade von Ioannis Gelios gegen Marc Roca dann den entscheidenden Elfmeter verwandelte, auf der vereinseigenen Webseite das Kieler Erfolgsrezept: „Wir waren mutig und haben immer dran geglaubt“, so der im Sommer von Werder Bremen in die Kieler Heimat zurückgekehrte Routinier, der sich fast deckungsgleich mit seinem Trainer Ole Werner äußerte.

„ Wir haben bis zum Ende daran geglaubt. ”
Ole Werner

„Wir haben uns das verdient. Natürlich waren wir gefordert, in der Defensive einen guten Job zu machen. Den haben wir gemacht. Es ist klar, dass eine Mannschaft wie der FC Bayern zu Torchancen kommt. Aber wir sind bei unserem Plan geblieben. Wir haben bis zum Ende daran geglaubt. Das war heute der Schlüssel, dass wir uns von Beginn an zugetraut haben, mit dem entsprechenden Spielverlauf und der nötigen Effektivität auch gewinnen zu können“, betonte der Coach, schon mit dem Glauben an die Überraschung in die Partie gegangen zu sein, was natürlich auch für ein gewisses Selbstvertrauen spricht.

Schade aus Kieler Sicht ist nur, dass kaum Zeit bleibt, den Triumph zu genießen. Schon am Sonntag geht es mit dem Heimspiel gegen den Karlsruher SC weiter. Dann peilen die Störche ihren ersten Dreier im neuen Jahr an, mit dem mindestens Platz drei verteidigt, im Optimalfall aber sogar die Rückkehr an die Tabellenspitze gelingen würde.