Holstein Kiel: Weiter außer Tritt

Später Punktgewinn in Hamburg nicht der erhoffte Umschwung

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Sonntag, 14.06.20 | 07:07

Ole Werner

Übte nach der Pleite gegen Wehen Wiesbaden unverhohlen Kritik: Ole Werner. © imago images / pmk

Groß war der Jubel am vergangenen Montag, als Holstein Kiel in der Nachspielzeit beim Hamburger SV zum 3:3 traf und so einen durchaus nicht unverdienten Punkt mit auf die Heimreise nehmen konnte. Die damit verbundene Hoffnung auf neuen Schwung für den Endspurt hat sich allerdings nicht erfüllt. Vielmehr setzte es am gestrigen Sonntag mit der 1:2-Heimpleite gegen den SV Wehen Wiesbaden die nächste Enttäuschung.

Aus den vergangenen neun Spielen holten die Störche damit bei drei Unentschieden und einem Sieg gegen den VfB Stuttgart (3:2) lediglich magere sechs Punkte - die Bilanz eines Absteigers. Weil zuvor aber ordentlich gepunktet wurden, sollte der Klassenerhalt mit 39 Zählern auf dem Konto nicht mehr wirklich in Gefahr geraten. Gesichert ist der Verbleib in der Liga aber noch nicht.

Nur sechs Punkte aus den letzten neun Spielen
„ Ich mache mir aktuell mehr Sorgen über unsere Leistung. ”
Trainer: Ole Werner

Trainer Ole Werner bereitet indes weniger die Tabelle als das Auftreten seiner Mannschaft Kopfzerbrechen. "Ob ich mir mit Blick auf die Tabelle Sorgen mache? Ich mache mir aktuell mehr Sorgen über unsere Leistung. Wir haben heute in allen Bereichen nicht die nötige Qualität gezeigt, um dieses Spiel zu gewinnen", so Werner, der auf der vereinseigenen Webseite den Ausfall von Jae-Sung Lee und die frühe, verletzungsbedingte Auswechslung von Alexander Mühling zwar thematisierte, aber ausdrücklich nicht als Entschuldigung heranziehen wollte.

Noch gegen drei Abstiegskandidaten

"Wir werden jeden Stein umdrehen, um herauszufinden, woran es gelegen hat", kündigte Werner zugleich eine Analyse der nach ordentlichem Start erneut enttäuschenden Vorstellung an und kann dabei sicher sein, dass seine Spieler eine ähnliche Sichtweise haben, sprach doch etwa Kapitän Hauke Wahl ohne Umschweife von "unserem schlechtestem Saisonspiel".

An den letzten drei Spieltagen gilt es nun, sich wieder aufzurappeln und sich besser zu präsentieren. Zum einen, um mit keinem schlechten Gefühl in die Sommerpause und in die neue Saison gehen zu müssen. Zum anderen, weil mit Dynamo Dresden, dem VfL Osnabrück und dem 1. FC Nürnberg noch drei abstiegsgefährdete Gegner warten und man sich kaum den Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung gefallen lassen will.

Das Restprogramm von Holstein Kiel