Dynamo Dresden: Hinrunden-Rückblick

So lief der 1. Teil der Saison 2016/17

Stefan Kutschke, Torjäger von Dynamo Dresden.

Stefan Kutschke schoss sich spätestens mit seinem Hattrick gegen Braunschweig in die Herzen der Fans. ©Imago

Für Dynamo Dresden hätte es in der Hinrunde kaum besser laufen können. Mit nur vier Pleiten sind die Sachsen zweitbester Aufsteiger, die punktgleichen Würzburger Kickers rangieren nur aufgrund des etwas besseren Torverhältnisses vor der SGD. Die starke Leistung kommt schon ein wenig überraschend, mussten die Dresdener im Sommer doch die Abgänge von Aufstiegshelden wie Justin Eilers und Michael Hefele verkraften. Warum die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus dennoch so stark aufspielt, erfahrt Ihr in unserem Hinrunden-Rückblick!

Heimstarke SGD

Ein Grund für die bisher gute Saison sind sicherlich die Neuzugänge, von denen viele auf Anhieb eingeschlagen haben. Marvin Schwäbe ist direkt zum Stammkeeper geworden, auch Stefan Kutschke, Florian Ballas und Akaki Gogia sind aus der ersten Elf kaum wegzudenken. Zudem wurde vor wenigen Tagen die Verpflichtung des vereinslosen Marcos Alvarez bekannt gegeben. Alvarez war im vergangenen Jahr im Trikot des VfL Osnabrück einer der besten Drittliga-Spieler, verletzte sich aber zum Ende der Saison schwer.

Neben den Neuverpflichtungen spricht auch die Heimstärke für Dynamo, schließlich wurde im eigenen Stadion erst eine einzige Partie verloren (0:3 im Sachsen-Derby gegen Erzgebirge Aue). Diese Niederlage war nach dem starken Auftakt mit vier Spielen ohne Pleite gleichzeitig auch der Startschuss für eine Serie von vier Partien ohne Sieg. Der Befreiungsschlag gelang mit dem sensationellen 5:0 gegen Stuttgart, woraufhin Dresden 6-mal in Folge ungeschlagen blieb. Kein Wunder also, dass der Aufsteiger nie schlechter als auf Rang elf platziert war.

Ungewöhnlicher Aufsteiger

Auffällig war in der Hinrunde, dass die Sachsen sehr stabil waren: Gingen sie in Führung, dann haben sie am Ende nie verloren. Zudem ist das Mittelfeld eine absolute Trumpfkarte: 15 Treffer wurden bereits durch Spieler aus diesem Mannschaftsteil erzielt, das ist der absolute Top-Wert der 2. Bundesliga. Alleine sieben dieser Tore gingen auf das Konto von Akaki Gogia, der von den Liga-Zwei.de-Lesern zum besten Mittelfeldspieler der Hinrunde gewählt wurde.

Ein weiterer Faktor für den Erfolg ist sicherlich auch Trainer Uwe Neuhaus, der seinen Vertrag im Laufe der Hinrunde bis 2019 verlängerte. Er setzt, für einen Aufsteiger durchaus ungewöhnlich, auf viel Ballbesitz: Nur der VfB Stuttgart hat die Kugel genauso oft in den eigenen Reihen wie die SGD. 

Zudem baut Neuhaus voll und ganz auf einen vergleichsweise kleinen Kreis von Spielern: Lediglich 20 Akteure setzte er in der Hinrunde ein, so wenig wie kein anderer Coach. Das birgt natürlich die Gefahr, dass Reservisten nach und nach unzufriedener werden. Aber so lange es für Dynamo Dresden weiterhin so gut läuft wie bisher, dürfte sich das Murren in Grenzen halten.