1. FC Union Berlin: Bleibt Felix Kroos länger? – Kritik an Werder Bremen

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Samstag, 02.04.16 | 07:22

Im Niemandsland der Tabelle

Nach zuvor drei Auswärtsniederlagen in Folge hat der 1. FC Union Berlin am Freitagabend beim FC St. Pauli (0:0) zumindest einen Punkt mitgenommen und sich damit weiterhin im oberen Tabellenmittelfeld stabilisiert.

Angesichts des Rückstandes von 16 Punkten auf Platz drei und der zwölf Zähler Vorsprung auf die Abstiegszone haben die Eisernen bis zum Ende der Saison noch sechs Spiele vor sich, die die Verantwortlichen sicher dazu nutzen werden, sich von einigen Akteuren auch im Hinblick auf die neue Saison nochmals ein genaueres Bild zu machen. So durfte gestern am Millerntor überraschend Adrian Nikci als Not-Rechtsverteidiger ran und feierte damit sein Startelfdebüt.

Beim Schweizer und bei einigen weiteren Spielern mit auslaufenden Verträgen wie Emanuel Pogatetz, dessen Vertrag sich bei zehn Einsätzen von Anfang an automatisch verlängern würde, ist die Zukunft über diese Saison hinaus noch ungeklärt.

Kroos will nicht zu Skripnik zurück

Das gilt auch für den in der Winterpause vom SV Werder Bremen ausgeliehenen Felix Kroos, der in seinen ersten sechs Einsätzen nicht nur wegen seiner zwei Tore überzeugte, aktuell aber verletzungsbedingt zum Nichtstun verurteilt ist.

Gegenüber „spox.com“ gab Kroos nun aber einen Einblick in seine persönlichen Zukunftsplanungen. Bemerkenswert offen verriet der 24-Jährige, dass er sich eine Rückkehr nach Bremen trotz Vertrages bis 2017 nur dann vorstellen kann, wenn Viktor Skripnik dann nicht mehr Trainer ist: „Wir werden uns im Sommer zusammensetzen und in Ruhe eine gemeinsame Lösung finden. Aber wenn der aktuelle Trainer dann auch noch da ist, ist es sehr unwahrscheinlich, dass ich nächste Saison in Bremen spiele.“

Generell verteilte Kroos mehr als einen Seitenhieb auf die aktuellen Verantwortlichen an der Weser und ließ durchblicken, sich in Bremen nicht genug geschätzt zu fühlen: „Seit ich in Berlin bin, habe ich kein Feedback bekommen. Es hat sich niemand bei mir gemeldet, was schade ist. Wenn Werder unbedingt wollen würde, dass ich wieder zurückkomme im Sommer, hätten sie es vielleicht gemacht. Das ist wahrscheinlich auch ein kleines Zeichen, aber ich muss sagen, dass ich auch nicht unbedingt damit gerechnet habe, dass sich jemand meldet.“

Union hat daher durchaus Chancen, Kroos länger zu binden. Zumindest dann, wenn kein Erstligist dazwischenfunkt: „Die Bundesliga ist mein Anspruch. Aber wenn ich in der 2. Liga bleibe, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass es dann bei Union sein wird“, macht der Mittelfeldspieler klar, dass die Eisernen alles andere als chancenlos sind, wobei die Perspektive aber wohl schon Richtung Aufstieg im nächsten Jahr gehen müsste.