Adler und Co.: Das machen die Ex-Veilchen heute

Zwischen Bundesliga und Süper Lig

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Sonntag, 21.10.18 | 14:43
Nicky Adler am Ball für Lok Leipzig

Wieder in seiner Heimatstadt: Nicky Adler kickt jetzt für Lok Leipzig. ©Imago/Picture Point

Über 60 Partien bestritt Nicky Adler für den FC Erzgebirge Aue, doch im Sommer war Schluss. Der heute 33-Jährige schloss sich Lok Leipzig an, wo er nun auf Torejagd geht. Wie es dort läuft und wie er seinen Ex-Klub im Blick hat, verrät er uns im Interview. Außerdem zeigen wir Euch kompakt, wie es für die anderen Abgänge von Erzgebirge Aue läuft.

Herr Adler, Sie haben sich im Sommer wieder Ihrem Jugendclub Lok Leipzig angeschlossen. Wie läuft die Rückkehr?
Nicky Adler: „Durchwachsen. Ich hatte in den ersten Trainingswochen noch mit meinen alten Verletzungen zu kämpfen. Ein kleiner Muskelfaserriss hat mich in der Vorbereitung nochmal zurückgeworfen. Zwei Spiele habe ich jetzt von Beginn an gemacht, wurde meistens eingewechselt.“

Am letzten Wochenende (06.10., Anm. d. Red.) habe ich mein erstes Tor gemacht, was im zweiten Spiel von Beginn an von der Quote her nicht schlecht ist, aber am 12. Spieltag natürlich recht spät.

Unser Tabellenplatz ist auch nicht so, wie erwartet. Aber ich spiele wieder und das ist für mich eigentlich das größte Plus: Wieder auf dem Platz stehen, Pflichtspiele bestreiten können und dürfen nach über einem Jahr Verletzung.“

„ Ein besseres Vorbild wird schwierig zu finden sein. ”
über seine Rolle bei Lok Leipzig

Gab es in dieser langen Leidenszeit auch Gedanken ans Karriereende?
Adler: „Die gab es auf jeden Fall, spätestens nach der vierten Operation wegen des Adduktoren-Abriss. Da kommen schon viele Gedanken auf, ob es überhaupt noch funktioniert, ob man überhaupt noch im bezahlten Fußball bleiben kann.

Aber als ich dann in der Rückrunde in einem Spiel wieder im Kader stand, habe ich gesehen, dass es geht.  So war ich sehr froh, mit 33 Jahren nochmal einen Zweijahresvertrag unterschreiben zu dürfen, auch wenn es in der Regionalliga ist.“

Nach 15 Jahre hat es gedauert, jetzt haben sie wie gesagt Ihr erstes Herren-Tor für Ihren Ausbildungsverein geschossen. Was darf Lok noch von Ihnen erwarten?
Adler: „Ich glaube ein besseres Vorbild für alle, die in der Jugend von Lok Leipzig sind, wird schwierig zu finden sein. Schließlich habe ich gezeigt, dass man aus diesem Verein eine Profi-Karriere hinlegen und anschließend wieder zu den Wurzeln zurückkehren kann. Nicht nur jetzt, sondern auch für die Zukunft ist für mich vielleicht auch ein Platz im Verein da, um auch diese Vorbildfunktion jeden Tag zu leben.“

Sie wollen dem Sport also auch nach der aktiven Karriere erhalten bleiben?
Adler: „Ja, denn dass Karriereende ist nicht mehr weit weg, vielleicht kommt es 2020, vielleicht 2021 oder 2022. Darauf muss ich mich natürlich vorbereiten. Da ist eine Funktion im Fußball naheliegend.“

„ Es wird wohl wieder bis zum 34. Spieltag dauern. ”
über das Ziel Klassenerhalt beim FCE

In der Regionalliga Nordost tummeln sich Traditionsvereine, Derbys häufen sich. Wie erleben Sie den Reiz der Liga bislang?
Adler: „Ich habe es vor zwei Jahren mit Aue in der 3. Liga als „ehemaliger DDR-Oberliga“ schon so ähnlich erlebt. Das waren heiße Duelle und genauso ist es in der Regionalliga Nordost. Viele Traditionsvereine, kurze Wege. Es kommen zwar nicht ganz so viele Zuschauer, aber immer noch genügend, um wie im Profi-Fußball von Traditionsduellen sprechen zu können.“

Die letzte Saison in Aue endete mit einem Herzschlagfinale. Wie hart war es, die Relegation nur von außen verfolgen zu können?
Adler: „Es war in Aue immer klar, dass es nur um den Klassenerhalt geht. Alles andere wäre vermessen. Es war unser Vorteil, immer zu wissen, dass es bis zum Ende gehen würde. Dass es dann wirklich bis in die Relegation geht, war schon hart für die Nerven, aber wir waren darauf vorbereitet. Mit dem positiven Ausgang war es dann umso schöner.“

Wenn Sie noch mit Bekannten aus Aue sprechen, was sind die Erwartungen an den FC Erzgebirge in dieser Saison?
Adler: „Es sind die gleichen wie die letzten zwei Jahre. Ich habe noch Kontakt zu Christian Tiffert, ihm wie allen anderen ist klar, dass nur um den Klassenerhalt geht und nichts anderes. Es wird wohl wieder bis zum 34. Spieltag dauern.“

Die übrigen Abgänge:

Pascal Köpke:
Für Köpkes neuen Verein Hertha BSC läuft es in der Bundesliga prächtig. Allerdings mit negativen Auswirkungen auf den 23-Jährigen. Denn an Vedad Ibisevic führt kein Weg vorbei, dahinter lauert bereits Davie Selke. Köpke wartet daher noch auf seinen ersten Bundesliga-Einsatz, zuletzt kickte er bei der zweiten Mannschaft.

Cebio Soukou:
Der flinke Offensivmann ist Stammspieler bei Drittligist Hansa Rostock und deutete dort sein Potential mehrmals an. Vier Tore in neun Ligaspielen sprechen für ihn. Mit einem Tor und einer Vorlage schmiss er mit dem FCH den VfB Stuttgart aus dem DFB-Pokal.

Sebastian Hertner:
Lange Zeit war Hertner beim FCE Stammspieler gewesen, in der letzten Spielzeit musste er jedoch öfter mit der Bank vorlieb nehmen. Das gleiche widerfährt ihm nun in Darmstadt, auf erst zehn Einsatzminuten kommt der gebürtige Leonberger.

Vincent Michl:
Lange war unklar, wie es mit dem Eigengewächs weitergeht, letztlich schloss sich Michl dem FC Einheit Rudolstadt an. In der NOFV-Oberliga Süd stand er zweimal in der Startelf, auf seinen ersten Ligatreffer wartet der 19-Jährige allerdings noch.

Moise Ngwisani:
Der Linksverteidiger konnte sich in Aue nicht durchsetzen und läuft nun für die zweite Mannschaft von Borussia Mönchengladbach auf. Mit sieben Startelf-Einsätzen in der Regionalliga West hat er einen ordentlichen Anteil am siebten Platz der Borussia.

Mirnes Pepic:
Im letzten Jahr beim FCE noch ohne Chance, gehört Pepic bei Hansa Rostock zum erweiterten Kreis der Stammformation. Die Ansätze des 22-Jährigen sind gut, allerdings schwanken die Leistungen noch zu oft.

Albert Bunjaku:
Der Stürmer geht nun für den Regionalligisten Viktoria Köln auf Torejagd. Drei Treffer gelangen dem ehemaligen Nationalspieler der Schweiz und des Kosovo bisher, womit er zur komfortablen Tabellenführung der Viktoria beitrug.

Ridge Munsy:
Nach seiner Leihe beim FCE kehrte Munsy wieder zu den Grasshoppers zurück – und wurde gleich erneut verliehen, zum türkischen Erstligisten Büyüksehir Belediye Erzurumspor. Beim Tabellenletzten steht er meist in der Startelf, ein Tor gelang ihm noch nicht.

Tommy Käßemodel:
Der Zeugwart und „FIFA18-Star“ lässt seine Profi-Karriere momentan ruhen und kümmert sich aktuell als Mannschaftsverantwortlicher um die Belange des Teams.

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