Darmstadt 98: Ensar Arslan ein Talent mit Perspektive?

Erstes Eigengewächs nach längerer Zeit auf dem Sprung

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Dienstag, 23.06.20 | 07:47

Stadion am Böllenfalltor

Mit Ensar Arslan könnte ein Eigengewächs am Böllenfalltor durchstarten. © imago images / Steffen Kuttner

Die Vorgabe, vier sogenannte "Local Player" im Profi-Kader zu haben, die zwischen dem 15. und 21. Lebensjahr mindestens 36 Monate im eigenen Verein ausgebildet wurden, hat Darmstadt 98 im vergangenen Sommer erfüllt. Carl Leonhard, Ensar Arslan und Leon Müller starteten unter Trainer Dimitrios Grammozis in die neue Saison, während Silas Zehnder frühzeitig an Viktoria Aschaffenburg verliehen wurde, aber dennoch dazu beitrug, die Regularien zu erfüllen.

Eine nennenswerte Rolle spielte Ersatztorwart Leonhard, Mittelfeldtalent Müller und Offensivmann Arslan im Laufe der Spielzeit dann aber lange nicht. Während Müller, der in der Vorbereitung noch auf sich aufmerksam gemacht hatte, lediglich drei Mal im Kader stand, durfte Leonhard ein Mal auf der Bank Platz nehmen. Zum Einsatz kamen beide indes nicht.

Erster Assist im zweiten Kurzeinsatz

Das gilt bis vergangenen Donnerstag auch für Ensar Arslan, der nun aber im Endspurt der Saison offenkundigen einen Entwicklungsschritt vollzogen hat. Drei Mal in Folge gehörte der 18 Jahre alte Deutsch-Türke zum Aufgebot und wurde in den jüngsten beiden Partien eingewechselt. Nach einem vierminütigen Debüt beim 0:1 bei Arminia Bielefeld durfte der in dieser Saison eigentlich noch für die U19 spielberechtigte Arslan am Sonntag gegen den SV Wehen Wiesbaden zwölf Minuten ran und verbuchte mit der Vorlage zu Marcel Hellers Treffer zum 3:1-Endstand prompt seinen ersten Assist.

Wie es mit dem Youngster weitergeht, ist nach jetzigem Stand dennoch offen. Arslans Vertrag läuft am Monatsende aus, allerdings ist nach den vergangenen Wochen stark davon auszugehen, dass die Lilien den offensiv flexibel einsetzbaren Linksfuß an sich binden wollen. Auch in der Hoffnung, dass erstmals seit dem Zweitliga-Aufstieg 2014 wieder ein selbst ausgebildetes Talent bei den eigenen Profis Fuß fassen kann.

Der künftige Trainer Markus Anfang dürfte jedenfalls genau hingesehen und die Entwicklung Arslans registriert haben. Dass Anfang vorgeworfen wird, auf seiner letzten Station beim 1. FC Köln den eigenen Nachwuchs kaum beachtet zu haben, könnte für die Darmstädter Talente nun sogar ein Vorteil sein, dürfte sich der neue Lilien-Coach doch auch in dieser Hinsicht beweisen wollen.

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