Darmstadt 98: Fokus auf Spieler mit deutschem Pass?

Zahl der Legionäre wurde deutlich reduziert

Mandela Egbo.

Neuzugang Mandela Egbo ist einer von nur noch drei Lilien-Profis ohne deutschen Pass. © imago images / Jan Huebner

Mit der Unterschrift von Torwart Carl Leonhard und Offensivmann Ensar Arslan unter einen zunächst für die Saison 2019/20 gültigen Profivertrag hat Darmstadt 98 nun die vier erforderlichen Local Player beisammen. Mit dem Duo, Leon Müller und dem erneut an Regionalligist Viktoria Aschaffenburg verliehenen Silas Zehnder erfüllen die Lilien somit die Vorgabe der DFL, vier zwischen dem 15. und 21. Lebensjahr mindestens 36 Monate lang im Verein ausgebildete Akteure im Kader zu haben.

Auch wenn sich Offensivtalent Müller in der bisherigen Vorbereitung ansprechend präsentiert, werden sich die Einsatzzeiten für die Eigengewächse aber wohl in Grenzen halten. Deren Integreation in den Profikader passt ungeachtet dessen aber dazu, dass man in Darmstadt offenkundig seit einiger Zeit gesteigerten Wert auf Spieler mit deutschem Pass legt.

Viele Spieler mit zwei Nationalitäten

So stehen aktuell mit Neuzugang Mandela Egbo, Victor Palsson und Orrin McKinze Gaines II nur noch drei Spieler im Aufgebot, die über keinen deutschen Ausweis verfügen. Und ob der von einer Ausleihe zum FSV Zwickau zurückgekehrte McKinze Gaines II eine große Perspektive am Böllenfalltor hat, erscheint fraglich.

Mit Wilson Kamavuaku, Mathias Wittek, Cameron Royo, Patric Pfeiffer, Erich Berko, Serdar Dursun, Josip Galic und Florian Stritzel haben zwar acht Akteure eine zweite Nationalität, doch die Kommunikation wird dadurch natürlich nicht beeinträchtigt.

Für Darmstadt heißt es offenkundig ein Stück weit zurück zu den erfolgreichen Wurzeln. Denn als 2014/15 der Durchmarsch von der 3. Liga in die Bundesliga gelang, wies der Kader von Trainer Dirk Schuster mit Romain Bregerie und Milan Ivana lediglich zwei echte Legionäre auf. Im Bundesliga-Abstiegsjahr 2016/17 und in der folgenden Zweitliga-Spielzeit war es dann jeweils eine klar zweistellige Anzahl an ausländischen Spielern, darunter nicht wenige Fehlgriffe wie Denys Oliynyk, Victor Obinna oder Roman Bezjak.

Mit den Abgängen von Igor Berezovsky und Slobodan Medojevic sowie der zuletzt bereits verliehenen Romuald Lacazette und Patrick Banggaard hat sich die Zahl der Legionäre in der laufenden Transferperiode erneut reduziert. Ob dahinter Absicht steckt oder es sich eher um eine zufällige Entwicklung handelt, ist zumindest offiziell nicht bekannt.