Erzgebirge Aue will keinen Riese-Ersatz verpflichten

Leonhardt erteilt Absage

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Dienstag, 19.01.21 | 10:59
Philipp Riese

Philipp Riese (r.) fehlt Aue längere Zeit. © imago images / Poolfoto

Update (19.1., 10:55 Uhr):
Trotz des langfristigen Ausfalls von Philipp Riese wird der FC Erzgebirge Aue personell nicht nachlegen. „Wegen Riese wird es vorerst keinen Ersatz geben. Auf dieser Position könnten auch Ognjen Gnjatic oder Louis Samson spielen. Das reicht aus“, so Vereinspräsident Helge Leonhardt gegenüber „Sport im Osten“.

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Am Wochenende ist aus Sicht von Erzgebirge Aue einiges schief gegangen. Natürlich drückte vor allem die 0:3-Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf, die bereits zweite Pleite in Folge nach dem 1:2 zuvor beim SC Paderborn auf die Stimmung. Zudem drohen den Veilchen Sanktionen durch den DFB und die DFL, weil 20 Minuten vor dem Ende plötzlich Fans im Stadion aufgetaucht waren, die bei Bedarf als Schneeräumer hätten eingesetzt werden sollen, auf der Tribüne aber gegen die Corona-Regeln verstießen.

Zu allem Überfluss wurde am späten Sonntagabend auch noch bekannt, dass sich Philipp Riese gegen Düsseldorf einen Wadenbeinbruch zugezogen hat, der eine längere Zwangspause erfordert. Der 31-Jährige, der an den ersten 16 Spieltagen immer in der Startelf stand und seit Jahren eine feste Größe im zentralen Mittelfeld ist, musste kurz vor der Pause nach einem hartem Einsteigen von Düsseldorfs Neuzugang Felix Klaus ausgewechselt werden und erhielt nun die von Klubboss Helge Leonhardt gegenüber Tag24 bestätigte Diagnose.

Während Leonhardt („Pippo wurde rausgetreten!“) seinem Ärger über die Entstehung von Rieses Verletzung Luft machte, stellt sich für den FCE die Frage, ob ohne den verlässlichen Mittelfeldarbeiter die Personaldecke in der Zentrale ausreichend ist. Clemens Fandrich benötigt auf der Doppelsechs auf jeden Fall für längere Zeit einen neuen Nebenmann.

Gnjatic zuletzt kaum noch gefragt

Ognjen Gnjatic, der im Sommer eigens als mögliche Alternative zu Fandrich und Riese verpflichtet wurde, hängt nach ordentlichem Saisonstart durch und absolvierte den letzten seiner sieben Startelfeinsätze am 6. Dezember gegen Jahn Regensburg (0:2). Seitdem blieb der 29-Jährige Bosnier bei einer Einwechslung gegen den Karlsruher SC (4:1) fünf Mal die kompletten 90 Minuten auf der Bank.

Auch gegen Düsseldorf, als sich Trainer Dirk Schuster stattdessen für Louis Samson als Partner von Fandrich entschied. Samson vermochte das Auer Spieler aber nicht zu stabilisieren und verfügt auch nicht über allzu viel Spielpraxis. Seit Ende Oktober stand der 25-Jährige nur ein Mal in der Anfangsformation, beim 0:1 in Nürnberg indes als Innenverteidiger.

Weitere gelernte Alternativen für die Doppelsechs gibt es nicht. John-Patrick Strauß, der dort grundsätzlich eine Option wäre, hat sich auf der linken Abwehrseite festgespielt und Jan Hochscheidt ist für die Rolle als Sechser eigentlich zu offensiv orientiert. Nicht ausgeschlossen daher, dass die Auer Verantwortlichen aufgrund des Riese-Ausfalls den Transfermarkt doch noch einmal genauer unter die Lupe nehmen.