SV Darmstadt 98: Wer führt die Lilien wieder in die Spur?

Neuer Trainer gesucht

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Montag, 18.02.2019 | 18:01
Vitor Palsson und Marcel Franke nach der Partie in Sandhausen

Enttäuschte Gesichter herrschen derzeit bei Palsson (l.) und Co. ©Imago/foto2press

Aufgrund des drohenden Abstiegs und der „nicht zufriedenstellenden sportlichen Entwicklung der Mannschaft“, wie es Präsident Rüdiger Fritsch ausdrückte, entließ der SV Darmstadt 98 am Montag Dirk Schuster. Am Böllenfalltor läuft nun die Suche nach einem Nachfolger für den 51-Jährigen, der die Lilien wieder in die Spur führt.

Der Verantwortliche dafür ist Carsten Wehlmann, der kurz nach der Entlassung Schusters vom Sportkoordinator zum Sportlichen Leiter der Lilien aufstieg. Wehlmann kam im August vergangenen Jahres zum Verein, um die sportliche Kompetenz zu erweitern. In neuer Funktion steht er nun in größerer Verantwortung, einen Fehlschuss bei der Trainersuche kann sich der 46-Jährige eigentlich nicht leisten.

Worauf die Lilien also Wert legen werden? Wie Fritsch sagte, hat der Klassenerhalt oberste Priorität. Dieser soll mit der sportlichen Weiterentwicklung einhergehen. Im Umkehrschluss lässt sich aber auch Folgendes sagen: Ohne die spielerische Verbesserung wird es schwierig, die Klasse zu halten.

Wird Darmstadt mutiger?

Der FC Ingolstadt und der 1. FC Magdeburg machen es momentan eindrucksvoll vor, wie man mit klugen Justierungen wieder in die Spur findet. Beide Vereine wechselten bekanntlich bereits die Trainer und ersetzten sie durch Fußballlehrer mit Konzept, die die Liga kennen.

Diese Kriterien dürften auch in Darmstadt gefragt sein. Möglicherweise auch mit dem Zusatz, wieder attraktiveren Fußball zu bieten, als in den zuletzt biederen Auftritten, mit dem negativen Höhepunkt Sandhausen. Eine mutigere Spielweise ist wiederum nur mit dem nötigen Fingerspitzengefühl zu erreichen, um die nach nur einem Sieg aus den letzten zehn Spielen verunsicherte Darmstädter Mannschaft wieder aufzurichten.

Dahingehend wäre sicherlich Ex-HSV-Trainer Christian Titz eine interessante Option. Er steht für eine offensive Spielweise und gilt als Spielerversteher. Der Fußballlehrer stammt außerdem aus dem nahen Mannheim, müsste sich in der Region nicht erst lange eingewöhnen. Was gegen ihn spricht: Titz arbeitete bisher größtenteils eher mit jungen Spielern, in Darmstadt wäre es allerdings seine Aufgabe, ein Ensemble gestandener Zweitliga-Profis zu moderieren.

Schuster 2.0?

Die Eigenheiten der ausgeglichenen zweiten Liga zu kennen ist für Titz aber sicherlich ein Vorteil, auch, wenn er nie in der 2. Bundesliga im Abstiegskampf steckte. Das hat ihm wiederum Kenan Kocak voraus. Der 38-Jährige machte in Sandhausen lange Zeit einen guten Job, ehe er im Oktober letzten Jahres entlassen wurde.

In der Saison 2017/18 stellte er mit dem SVS die beste Abwehr der Liga, kassierte mit seiner Mannschaft nur 33 Gegentore. In der Rückrunde der vergangenen Spielzeit stand nur eine Mannschaft der Liga noch stabiler als Sandhausen unter Kocak: Der SV Darmstadt unter Dirk Schuster.

Diese Stärke ist bei den Lilien in der laufenden Saison allerdings komplett verloren gegangen. Kocak könnte das Defensivkonzept, für das Schuster lange stand, wieder aufleben lassen. Auch Kocak kann zudem Fußball „arbeiten lassen“, ihm ist es zuzutrauen, die typische Mentalität am Böllenfalltor wieder an den Tag zu legen. Auch Bernd Hollerbach, dessen letzte Station beim HSV unglücklich verlief, wäre ein Trainer, der die Arbeiter-Mentalität im Training und an der Seitenlinie vorlebt.

Ein Experiment mit einem eher unerfahrenen Trainer, wie es Darmstadt in der Vergangenheit zum Beispiel mit Torsten Frings versuchte, scheint in der derzeitigen Lage hingegen unwahrscheinlich, zumal der neue Coach nicht viel Zeit haben wird, die Mannschaft zu justieren. Es wartet auf ihn ein schwieriges Auftaktprogramm gegen Dresden, Bielefeld und Kiel.

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