VfL Bochum: Eingespieltheit als Trumpf

Nur ein Stammspieler nicht mehr dabei

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Freitag, 21.08.20 | 08:11
Thomas Reis

Absolviert seine erste Sommervorbereitung beim VfL: Thomas Reis. © imago images / Revierfoto

Hätte die Saison 2019/20 noch ein paar Wochen länger gedauert, wäre es dem VfL Bochum sogar zuzutrauen gewesen, noch ins Aufstiegsrennen einzugreifen. Letztlich verlief dafür aber die Hinrunde mit nur 20 Punkten zu durchwachsen und auch der Rückrundenstart mit vier Niederlagen in fünf Partien war zu schwach, um ernsthaft höhere Ziele verfolgen zu können.

23 Punkte aus den letzten zwölf Spielen waren dafür eine Ausbeute, die von mehr als dem am Ende erreichten achten Platz träumen lässt. Hochgerechnet ergäbe diese Quote in einer kompletten Saison 65 Punkte und damit deutlich mehr als die 58 Zähler, die dem VfB Stuttgart sogar zum direkten Aufstieg genügten.

Von derlei Rechenspielen will VfL-Coach Thomas Reis, der derzeit seine erste Sommervorbereitung an der Castroper Straße absolviert, allerdings wenig überraschend aktuell nichts wissen. „Alle, die träumen wollen, dürfen dies selbstverständlich auch machen. Wir bleiben realistisch. Es ist noch viel zu früh, ein Saisonziel zu benennen. Wir wissen ja noch gar nicht, wie unser und die Kader der anderen Mannschaften endgültig aussehen werden“, betonte Reis im „kicker“ (Ausgabe 69/2020 vom 20.08.2020) und verwies unter anderem auf das „etwa zweieinhalbmal größere Budget“, das Vereinen wie dem Hamburger SV zur Verfügung stehe.

Weitere Verstärkungen im Blick

Zugleich betonte Reis aber auch, dass seine Mannschaft bereits bewiesen habe, guten Fußball spielen zu können. Und es gibt durchaus Anlass, mit Blick auf den Endspurt der vergangenen Saison zuversichtlich nach vorne zu schauen. Schließlich hat abgesehen von Jordi Osei-Tutu kein Leistungsträger den Verein verlassen. Somit kann inklusive dem nach zunächst beendeter Ausleihe doch fest verpflichteten Vassilis Lampropoulos die Erfolgself der zurückliegenden Monate beinahe unverändert ins neue Spieljahr starten.

Keine taktische Basisarbeit nötig
„ Die Spieler kennen die Abläufe, in vielen Dingen können wir sofort mit der Detailarbeit beginnen. ”
Trainer Thomas Reis

„Dass der Großteil der Mannschaft bereits in der vergangenen Saison hier gespielt hat, sehe ich als Vorteil. Die Spieler kennen die Abläufe, in vielen Dingen können wir sofort mit der Detailarbeit beginnen“, sieht Trainer Reis in der Eingespieltheit einen Vorteil, wenngleich neben den bereits verpflichteten Herbert Bockhorn und Tarsis Bonga nach Möglichkeit noch weitere Verstärkungen kommen sollen.
„Aber da müssen wir natürlich immer auch den finanziellen Rahmen im Auge haben“, verweist Reis in diesem Zusammenhang freilich auf die auch in Bochum aufgrund der coronabedingten Einbußen nicht einfache wirtschaftliche Situation. Knüpfen seine Schützlinge an die Leistungen im Mai und Juni an, sollte aber gar nicht mehr viel neues Personal nötig sein, zumal potentielle Stammkräfte wie Saulo Decarli oder Simon Zoller nach auskurierten Verletzungen nun wieder dabei sind.