VfL Bochum: Flexibilität statt größerer Kader?

Mehrere Spieler sind variabel einsetzbar

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Freitag, 24.07.20 | 08:14
Sebastian Schindzielorz

Sebastian Schindzielorz bastelt aktuell am Bochumer Kader. © imago images / Defodi

Zehn Profis inklusive dem zuletzt bereits an den Wolfsberger AC verliehenen und nun endgültig nach Österreich zurückgekehrten Dominik Baumgartner hat der VfL Bochum in dieser Sommertransferperiode bereits abgegeben. Zwar besteht noch mehr oder weniger große Hoffnung auf die Weiterverpflichtung der Leihspieler Jordi Osei-Tutu (FC Arsenal), Vasilios Lampropoulos (Deportivo La Coruna) und Manuel Wintzheimer (Hamburger SV), doch unabhängig davon hat sich der Kader von Trainer Thomas Reis spürbar verkleinert.

Neu hinzugekommen ist neben Eigengewächs Lars Holtkamp bislang nur Angreifer Tarsis Bonga vom Chemnitzer FC. Dass Bonga sowohl auf beiden Flügeln als auch im Sturmzentrum spielen kann, ermöglicht es dem VfL, mit einem Spieler mehrere Positionen zumindest als Backup abzudecken. Dieses Konzept könnte durchaus mehrfach Anwendung finden. Weil Simon Zoller, Danny Blum und Milos Pantovic ebenfalls flexibel in der Spitze und außen einsetzbar sind, ist der VfL offensiv bereits gut aufgestellt.

Sofern keiner der umworbenen Blum und Silvere Ganvoula geht, besteht in der Offensive kein allzu großer Handlungsbedarf mehr, wenngleich dem Aufgebot mit Blick auf die jüngsten Ausfälle von Blum, Zoller und Ganvoula ein weiterer Mittelstürmer wie zuletzt Wintzheimer schon noch gut zu Gesicht stünde.

Im zentralen, offensiven Mittelfeld stehen mit Robert Zulj, Thomas Eisfeld und Sebastian Maier gleich drei Akteure zur Auswahl, während sich für die Doppelsechs neben Youngster Holtkamp mit Anthony Losilla, Robert Tesche und Vitaly Janelt ein gestandenes Trio bewirbt. Neuzugänge für das Mittelfeld dürften sich auf der Einkaufsliste daher eher weiter unten wiederfinden.

Abwehrzentrum momentan noch dünn besetzt

Janelt könnte darüber hinaus auch auf der linken Abwehrseite einspringen, für die hinter Danilo Soares mit Moritz Römling lediglich ein Talent zur Verfügung steht. Mit Stelios Kokovas könnte indes auch ein weiterer, eher für die Innenverteidigung eingeplanter Youngster links aushelfen. Gleichermaßen könnte Armel Bella-Kotchap im Fall der Fälle auf der rechten Abwehrseite, auf der hinter Cristian Gamboa auch noch ein Backup fehlt, eingesetzt werden.

Im Moment allerdings ist das Bochumer Abwehrzentrum vor der erhofften Weiterverpflichtung von Lampropoulos eher dünn besetzt. Gesetzt ist Maxim Leitsch nach seinen Leistungen in den vergangenen Monaten, während der lange ausgefallene Saulo Decarli erst wieder fit werden und Bella-Kotchap beweisen muss, das erste Tief seiner noch immer sehr jungen Karriere überwunden zu haben. Kokovas, der nach sechs Einsätzen 2018/19 in der abgelaufenen Saison gar nicht eingesetzt wurde, kann derweil nur bedingt als vollwertige Alternative angesehen werden.

Bei allen Möglichkeiten, die der Kader dank der Flexibilität vieler Spieler bietet, besteht für den VfL gerade in den hinteren Reihen noch Handlungsbedarf. Mindestens ein Innenverteidiger, im Idealfall Lampropoulos, sollte daher noch kommen. Auch dann wäre der Kader noch deutlich kleiner als in den vergangenen Jahren – sicherlich mit positiven Auswirkungen auf den Gehaltsetat.