VfL Bochum wird zum Bollwerk

Drittes Zu-Null-Spiel nach Corona

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Samstag, 30.05.2020 | 17:00

Hanno Behrens gegen Maxim Leitsch

Unangenehm: Maxim Leitsch (r.) und Co. waren auch gegen Nürnberg nicht zu bezwingen. ©Imago images/Poolfoto

Mit einem 3:0-Sieg gegen Heidenheim gelang dem VfL Bochum vor zwei Wochen ein gelungener Re-Start, der als Auftakt in so etwas wie eine neue Zeitrechnung stehen könnte. Denn: Kassierte der VfL in der Hinrunde gegen Heidenheim noch zwei Gegentore und in den folgenden drei Partien weitere sechs, musste Manuel Riemann in der Rückrunde gegen die gleichen Gegner nur einmal hinter sich greifen.

Bochumer Selbstvertrauen

Das 0:0 in Nürnberg war das dritte Spiel ohne Gegentor in der vierten Partie nach Corona. Der Lohn: Zum ersten Mal in dieser Saison stehen die Bochumer auf einem einstelligen Tabellenplatz. Interessant ist, welches Selbstvertrauen die jüngsten Ergebnisse beim VfL auslösen.

Denn in Nürnberg versteckten sich die Bochumer als Auswärtsmannschaft nicht, spielten effizient nach vorne, ohne in der Defensive Großchancen für den Gegner zuzulassen. Kam der FCN doch im Strafraum zum Schuss, warf sich ein Bochumer dazwischen, wie in der 53. Minute als Vasilios Lampropoulos eine der wenigen brenzligen Gelegenheiten entschärfte und sich in den Schuss von Nürnbergs Michael Isak warf.

Abwehrzentrale stabil

Es ist eine beeindruckende Wandlung einer Mannschaft, die in der Hinrunde noch im Schnitt 1,82 Tore pro Spiel kassierte. Damals fehlte noch der eben erwähnte Lampropoulos, der nun mit dem lange verletzten Maxim Leitsch ein starkes Abwehrzentrum bildet.

Eben jenen Leitsch einzubinden war durchaus nicht ohne Risiko, verfügte er zuvor nur über 20 Zweitliga-Einsätze. Doch Reis kannte ihn noch aus der U19, stattete ihn mit Vertrauen aus, was sich auszahlte: Nimmt man das unmittelbar vor Corona stattfindende 0:0 gegen Darmstadt 98 hinzu, blieb Bochum in vier der letzten fünf Partien zu Null - das sind doppelt so viele Partien ohne Gegentor als in den 24 Begegnungen zuvor zusammen.

Dass ein solcher Lauf wie der des VfL das Glück förmlich anzuziehen scheint, kam den Bochumern letztlich in der 84. Minute zugute, als der Gegner in Person von Robin Hack durch eine Einzelaktion an der Latte scheiterte. Mit den guten Ergebnissen im Rücken konnte auch Trainer Thomas Reis nach der Partie entspannt sein.

"Im Großen und Ganzen sind wir froh, dass wir den Abstand auf Nürnberg halten konnten", so Reis in der Pressekonferenz nach dem Spiel über die vier Zähler, die beide Vereine trennen. Dass es letztlich doch nicht mit den anvisierten drei Punkten geklappt hat, nimmt er gelassen. "Wenn man sieht, wie eng die Tabelle ist, war das ein Schritt in die richtige Richtung."

Das Restprogramm des VfL Bochum