FC Ingolstadt: Der Liga-Zwei Teamcheck

Gelingt den Schanzern der direkte Wiederaufstieg?

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Dienstag, 18.07.17 | 11:30
almog cohen vom fc ingolstadt

Können Almog Cohen und der FCI am Ende über den Aufstieg jubeln? ©Imago/Stefan Boesl

In einer Bundesliga-Saison, die der FC Ingolstadt bis auf drei Spieltage immer auf einem Abstiegsrang verbrachte, keimte nach drei Siegen am Stück zum Saisonende nochmal Hoffnung auf. Am Ende war dies jedoch nur ein Strohfeuer, Ingolstadt konnte den Abstieg in die zweite Liga nicht mehr verhindern.

Das Ziel für die neue Saison ist klar: Der sofortige Wiederaufstieg soll gelingen. Ob das realistisch ist, sagen wir Euch in unserem Teamcheck. Am Ende geben wir eine Prognose anhand festgelegter Kategorien ab.

Der Kader

Normalerweise ist die Fluktuation im Kader eines Absteigers groß, bei Ingolstadt hält es sich jedoch in Grenzen. Markus Suttner, Mathew Leckie und Pascal Groß mussten abgegeben werden, daraus erlöste der FCI allerdings fürstliche Ablösesummen. Investiert wurden diese in Neuzugänge wie Stefan Kutschke, der in der vergangenen Saison in 32 Spielen für Dynamo Dresden 16 mal traf. Außerdem konnten die Leistungsträger gehalten werden.

Zweitliga-Erfahrung hat der FCI-Kader genug. Zum einen dadurch, da Spieler wie Marvin Matip Stephan Lex bereits beim Aufstieg vor zwei Jahren dabei waren, zum anderen durch Neuzugänge wie Marcel Gaus oder auch Tobias Schröck.

Die Qualität des FCI-Kaders ist enorm. Als Beispiel seien hier nur Stürmer Dario Lezcano, der bis vor Kurzem noch für die Nationalmannschaft Paraguyas auflief und Marcel Tisserand genannt, der bereits für den AS Monaco seine Fußballstiefel schnürte.

Die aktuelle Form

Gegen die Drittligisten KSC und Wehen Wiesbaden setzte sich die Walpurgis-Elf jeweils knapp durch, dominierte erwartungsgemäß die Spiele. Allerdings ließen die Kräfte gegen Ende der Partien etwas nach, wie im Spiel gegen Sparta Prag. Dies ist der bisherigen Saisonvorbereitung geschuldet, wo vor allem im konditionellen Bereich gearbeitet wurde.

Dies ist wichtig für den FCI, da das laufintensive Pressing kräftezehrend sein wird. Der erste Härtetest steht mit dem Spiel gegen den FC Nantes am kommenden Samstag auf dem Programm. Dann wird zu sehen sein, wie weit Ingolstadt in der Feinabstimmung bereits ist.

Stärken & Schwächen

Die größte Stärke ist sicherlich die enorme Qualität im Kader. Fast aller Leistungsträger aus der Bundesliga-Saison konnten gehalten werden. Aus dem letzten Bundesliga-Spiel gegen Schalke 04 stehen zum Beispiel neun Spieler noch immer im Kader, einzig Pascal Groß und Markus Suttner verließen den FCI.

Doch nicht nur die erste Elf hat qualitativ einiges zu bieten. Auch in der Breite sind die Schanzer stark aufgestellt. Fast jede Position ist doppelt besetzt, einzig für die linke Außenbahn sucht der FCI noch nach einer Verstärkung.

Zum Problem könnte möglicherweise die Defensive werden. Marvin Matip und Romain Brégerie sind bereits über 30 Jahre alt und könnten daher anfälliger für Verletzungen werden. Als Alternativen würden dann Hauke Wahl oder Lukas Gerlspeck bereit stehen, die noch nicht so viel Erfahrung vorweisen können.

Der Trainer

Maik Walpurgis arbeitete sich als Trainer kontinuierlich nach oben. Als Jugendtrainer begann er beim SC Herford und kam über die zweite Mannschaft von Arminia Bielefeld 2008 zu den Sportfreunden Lotte. Dort leistete er derart gute Arbeit, dass er fortan im Profifußball angekommen war.

Im November vergangenen Jahres übernahm Maik Walpurgis die Geschicke beim FCI. Obwohl er die Abwehr nicht stabilisieren konnte und daraufhin der Abstieg in die zweite Liga unvermeidbar war, ist man beim Verein vom Konzept des Fußballlehrers überzeugt.

Maik Walpurgis, Trainer des FCI

Maik Walpurgis kann optimistisch auf die kommende Saison blicken. ©Imago/Sportfoto Rudel

Die mögliche Startelf

Trainer Maik Walpurgis hat bei seiner Stammelf die Qual der Wahl. Im Tor begann zuletzt Örjan Nyland, bekanntlich steht aber auch noch Martin Hansen bereit. Verteidigen werden die bewährten Kräfte Tisserand, Kapitän Matip und Brégerie.

Im 3-5-2-System sind die Außenbahnspieler besonders wichtig. Der FCI hat mit Markus Suttner erst kürzlich einen wichtigen Akteur verloren. Ihn ersetzen soll Marcel Gaus, zudem soll noch Verstärkung für die linke Seite kommen.

Auch für das zentrale Mittelfeld hat Coach Walpurgis einige Optionen. Es stehen zum Beispiel Almog Cohen, Max Christiansen, Tobias Schröck und Alfredo Morales bereit. Dauerläufer Cohen sollte seinen Platz sicher haben, ansonsten ist die Besetzung der Mittelfeld-Zentrale schwer vorherzusagen.

Viel hängt davon ab, welches System Walpurgis wählt. Dies kann jedoch von Spiel zu Spiel variieren. Nach dem Abgang von Pascal Groß ist außerdem die Spielmacher-Position vakant, Sonny Kittel oder Thomas Pledl könnten sie ausfüllen.

Im Angriff ist ein System mit einem oder zwei Stürmern möglich, Kandidaten für die Stammelf sind Kutschke, Colak und Lezcano. Mögliche Aufstellung:
Nyland – Tisserand, Matip, Brégerie – Gaus, Cohen, Morales, Hadergjonaj, Kittel – Lezcano, Kutschke

Fazit

Die Schanzer sind auf jeder Position doppelt besetzt und das mit enormer Qualität. Zudem ist die Mannschaft eingespielt und kennt das System des Trainers. Unter diesen Voraussetzungen ist der FC Ingolstadt der heißeste Kandidat auf den Aufstieg in die Bundesliga.

Prognose (anhand festgelegter Kategorien): Hoch geht´s

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