Dynamo Dresden: Chris Löwe mit harscher Kritik an der DFL

Abstieg kaum noch zu vermeiden

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Freitag, 19.06.20 | 07:08
Chris Löwe

Bemerkenswerte Aussagen nach der Niederlage in Kiel: Chris Löwe. © imago images / Dennis Hetzschold

Mit der 0:2-Niederlage am Donnerstagabend ist klar, dass Dynamo Dresden den Abstieg in die 3. Liga allenfalls noch über die Relegation vermeiden kann. Bei fünf Punkten Rückstand auf Rang 16 und der im Vergleich zum dort rangierenden Karlsruher SC um 15 Treffer schlechteren Tordifferenz wird aber auch dieses Minimalziel nur dann noch zu erreichen sein, wenn an den beiden letzten Spieltagen alles optimal für die SGD läuft.

Gelingt am Sonntag beim SV Sandhausen kein Dreier, wäre der Sturz in die Drittklassigkeit bereits besiegelt. In Kiel wäre es indes durchaus möglich gewesen, noch einmal heranzurücken. Doch während Ondrej Petrak früh die Chance zur Führung ausließ, erwies Jannik Müller seiner Mannschaft kurz vor der Pause mit seiner gelb-roten Karte einen Bärendienst.

In Unterzahl konnte Dynamo die Niederlage im zweiten Durchgang dann nicht mehr vermeiden und muss nun der bitteren Realität, die in wenigen Wochen wohl wieder 3. Liga heißen wird, ins Auge sehen. Nicht aber, ohne die nach zweiwöchiger Quarantäne und einem im Vergleich zur Zweitliga-Konkurrenz verspäteten Re-Start deutlich erschwerten Bedingungen zu beklagen.

Bislang hat man sich bei der SGD mit Kritik am Hammerprogramm mit sieben Spielen in 19 Tagen zurückgehalten. Nun aber ist man offenkundig nicht mehr dazu bereit, mit der vorhandenen Sichtweise hinter den Berg zu halten. „Man sieht, dass wir nicht mehr können…“, machte Trainer Markus Kauczinski nach dem Spiel in Kiel keinen Hehl daraus, dass seine Schützling physisch überlastet sind, während Chris Löwe bei „Sky“ ein denkwürdiges Interview gab.

Löwe nimmt kein Blatt vor den Mund

„Wäre dasselbe mit Bayern München oder Dortmund auch passiert oder nur mit uns?“, stellte ein emotional sichtlich mitgenommener Löwe eine Frage in den Raum, die durchaus ihre Berechtigung hat und hinter vorgehaltener Hand sicherlich schon mehrfach diskutiert wurde.

Gleichberechtigung in der DFL?
„ Wäre dasselbe mit Bayern München oder Dortmund auch passiert oder nur mit uns? ”
Chris Löwe

Die Verantwortlichen für die Dynamos Drei-Tage-Rhythmus hat der erfahrene Linksverteidiger auch ausgemacht: „Glauben Sie eigentlich, dass sich einer von der DFL, Christian Seifert oder wer auch immer, sich eine einzige Sekunde Gedanken macht, was bei uns so in den Köpfen vorgeht? Das ist denen alles scheißegal. Die Leute sitzen in ihren 5000 Euro teuren Bürostühlen und entscheiden was über unsere Köpfe hinweg. Und wir sind die Idioten, die das ausbaden.“

Nichtsdestotrotz geht es für Dynamo und Löwe wiederum nach zur zwei Regenerationstagen in Sandhausen weiter. Dann wird der 31-Jährige nochmals alles versuchen, zusammen mit seinen Kollegen die Chance auf die Rettung zu wahren. Der Glaube daran, das wurde auch mit Löwes Interview klar, ist aber allenfalls noch in Grundzügen vorhanden.

Das Restprogramm von Dynamo Dresden