Aus der Patsche: Wenn Osnabrück durchmarschiert…

...färbe ich mir meine Haare lila

Nico Patschinski im Profil

Nico Patschinski freut sich auf den KSC und Osnabrück in Liga zwei. ©Imago images/Baering

Hallo Fußballfreunde,

Mit Osnabrück und dem KSC kommen nächste Saison ja zwei ganz feine Aufsteiger in die Liga. Wenn ich an den VfL Osnabrück denke, kommen mir zuerst Paul Linz, Pele Wollitz und jetzt Daniel Thioune in den Sinn. Der Thioune ist auf jeden Fall der Vater des Erfolgs bei ihnen.

Er hat ja früher selbst dort gespielt, weiß wie die Menschen ticken. Thioune passt zum VfL wie Arsch auf Eimer. Er hat es geschafft, aus einer dynamischen Mannschaft eine Truppe zu formen, zu der die Leute wieder gerne hingehen. Wenn man ihn jubeln sieht, wie zum Beispiel bei ihrem späten Sieg gegen Cottbus weiß man, dass der noch lange nicht satt ist.

Besser elf Nüsse, die sich verstehen. (über den Teamgeist)

Ich mag ja dieses Vereinslied von denen unheimlich gerne: ‚Wir sind alle ein Stück VfL Osnabrück‘. Das trifft jetzt auch wieder auf die Spieler zu. Osnabrück lebt vom Teamgeist – und der ist immer wichtig. Wenn du elf Nüsse hast, die sich verstehen, ist es besser, als elf brillante Spieler, die sich nicht verstehen.

Der Zusammenhalt macht ganz viel aus. Dann kommt beim VfL noch diese Mentalität dazu: Die leben immer von der Leidenschaft, vom Kampf. Gerade zuhause ist es eklig, gegen die zu spielen. ich weiß, wovon ich rede. Ich habe ein paar Mal an der Bremer Brücke gespielt, aber meistens verloren.

Das Publikum ist deren Stärke. (über die Bremer Brücke)

Allein der Name „Bremer Brücke“ – das klingt schon irgendwie besonders und das ist es auch. Früher war das schon geil, als wir mit dem Bus dort rein gefahren sind. Das hatte einen gewissen Flair. Auch die Fans an sich waren fair. Haben unterstützt und nie gepfiffen. Das Publikum ist jetzt wieder deren Stärke. Wenn sie es auch in der zweiten Liga schaffen, eine Heimmacht zu werden, ist das der erste Schritt zu einer erfolgreichen Saison.

Unangenehmer KSC

Beim anderen Aufsteiger könnten die Heimspiele aber zum Problem werden. Wenn du auf einer Baustelle spielst, ist das immer doof, das killt die Emotionen. Was sich in Karlsruhe entwickeln kann, hat man ja früher immer gesehen: Die Phase mit Winnie Schäfer und Kiriakov – was für eine geile Zeit.

Zwischenzeitlich waren sie wieder in der Versenkung verschwunden, haben sich jetzt aber gefangen. Den Aufstieg haben sie zwar erst am letzten Spieltag perfekt gemacht, aber dennoch war er souverän. Dabei spielt der KSC ganz anders als der Mitaufsteiger aus Osnabrück.

Wie bei einer Rose. (über den KSC-Kader)

Man sieht das schon am Trainer Alois Schwartz. Der war früher Verteidiger. Da weißt du genau, wo es hingeht. Die gewinnen öfter mal 1:0 oder 2:1, spielen ganz solide. Auf keinen Fall darfst du verlieren, musst zumindest einen Punkt holen – diese kontrollierte Spielweise könnte Gegner auch in der zweiten Liga vor Probleme stellen.

Sie haben Eckpfeiler in der Mannschaft, die den Laden zusammenhalten, wie ein Gordon oder ein Pisot. Die jungen Spieler können dann drumherum laufen. Wie bei einer Rose. Innendrin ist der Stiel und außenrum hast du die Blätter.

Pourie ist wie ich früher. (über Karlsruhes Angreifer)

Ich finde die Mischung in der Altersstrukur jedenfalls richtig gut. Ein Anton Fink wird zwar nicht mehr jedes Spiel machen, aber den musst du halt immer auf der Uhr haben als Gegner. Das macht ihn so gefährlich. Mit Pourie haben sie ja noch einen vorne drin, der für viele Tore sorgen kann.

Der ist wie ich früher. Er kann nichts wirklich überragend, aber alles ein bisschen. Das ist eine Gabe. So bist du unberechenbar und kannst von den Verteidigern kaum verteidigt werden. So kann er auch in der zweiten Liga seine Buden machen.

Beide werden gut mitspielen

Ich traue jedenfalls dem KSC genau wie dem VfL Osnabrück den Klassenerhalt zu. Gerade wenn die Euphorie lange anhält, ist das ein Riesen-Vorteil. Das erste Jahr ist immer das einfachste in der zweiten Liga.

Der KSC wird seine Punkte unter Schwartz eiskalt einfahren, von Osnabrück erwarte ich etwas mehr Unterhaltung. Beide werden sich im unteren Mittelfeld einpendeln, der VfL vielleicht etwas weiter vorne als Karlsruhe.

Einen Durchmarsch wie es der SC Paderborn in diesem Jahr geschafft hat, traue ich dem VfL Osnabrück allerdings nicht zu. Da traue ich mich wieder zu wetten, auch wenn ich dafür in diesem Jahr bluten muss. Aber trotzdem: Wenn der VfL direkt durchmarschiert, färbe ich mir die Haare lila. Passt dann auch gut zu den Sitzen bei mir im Bus.

Was sagt Ihr? Muss ich schon mal in die Drogerie und lila Haarfarbe kaufen? Diskutiert auf der Liga-Zwei.de-Facebook-Seite mit.

Bis demnächst,

Euer Patsche

Hier findet Ihr alle bisherigen Kolumnen!