VfL Osnabrück: Auf der Suche nach Stabilität

Lila-Weiße mit der schwächsten Defensive der Rückrunde

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Donnerstag, 16.04.20 | 08:38
Maurice Trapp

Maurice Trapp ist nach langer Verletzungspause wieder fit, aber noch nicht in Top-Form. © imago images / osnapix

Nach den 17 Spielen der Hinrunde lag der VfL Osnabrück nicht nur, vor allem aber auch wegen seiner stabilen Defensive auf Platz fünf. Nur 16 Gegentore ließ die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune in der ersten Halbserie zu, doch noch vor Weihnachten deutete sich schon im ersten Rückrundenspiel beim 1. FC Heidenheim (1:3) diesbezüglich eine Negativentwicklung an.

In der Rückrundentabelle ist Osnabrück nun mit drei Punkten aus acht sieglosen Spielen nicht nur insgesamt Schlusslicht, sondern auch in Sachen Gegentore. 19 Mal klingelte es in diesen acht Spielen im Kasten der Lila-Weißen, denen die im Herbst in den allermeisten Partien vorhandene Sicherheit nahezu völlig abhanden gekommen ist. Insbesondere das 2:6 im letzten Spiel vor der Corona-Pause gegen Mitaufsteiger Wehen Wiesbaden kam einem Offenbarungseid gleich und wirkt noch immer etwas nach, zumal sich bis heute nicht die Gelegenheit zur Wiedergutmachung ergeben hat.

Fünf gestandene Innenverteidiger für maximal drei Plätze

Trainer Thioune hat zwar während der ersten Wochen im neuen Jahr nichts unversucht gelassen, es aber nicht geschafft, eine funktionierende Formation zu finden, was freilich nicht nur auf die Defensive beschränkt war. Im Endspurt wäre es aber umso wichtiger, auf ein defensives Fundament aufbauen zu können, um einen weiteren Absturz in Richtung Abstiegsplätze zu verhindern.

Dass mit dem immerhin schon wieder fünfmal eingesetzten Maurice Trapp und Konstantin Engel, der seit seinem im April 2019 erlittenen Schien- und Wadenbeinbruch nicht mehr in einem Pflichtspiel mitmischte, zwei Aufstiegshelden während der aktuellen Zwangspause an noch vorhandenen Defiziten arbeiten konnten, könnte sich noch als Vorteil erweisen. Auf jeden Fall sind dank des Duos einige Alternativen für die Abwehrreihe vorhanden, die Coach Thioune taktisch wie personell verschiedene Optionen an die Hand geben.

Weil selbst ohne die noch nicht berücksichtigten Simon Haubrock und Thomas Konrad mit Joost van Aken, Lukas Gugganig, Adam Susac, Trapp und dem auch rechts sowie im Mittelfeld verwendbaren Moritz Heyer gleich fünf Innenverteidiger für maximal drei Positionen zur Verfügung stehen, sollte ein leistungsfördernder Konkurrenzkampf möglich sein. Das gilt auch für die defensiven Außenbahnen, auf denen Engel wie Felix Agu beidseitig einsetzbar ist. Agu sowie Bashkim Ajdini rechts und Kevin Wolze links können indes auf ihren Außenbahnen auch offensiv spielen.

Aus all diesen Möglichkeiten gilt es für Thioune nun, die passenden auszuwählen, um die Gegentorflut der ersten Wochen des Jahres einzudämmen.