VfL Osnabrück: Meldet sich Ulrich Taffertshofer zurück?

Mittelfeldmann vor der Corona-Unterbrechung im Formtief

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Samstag, 25.04.20 | 07:57
Ulrich Taffertshofer

Im Herbst trotz Nasenbeinbruch im Dienst der Mannschaft: Ulrich Taffertshofer. © imago images / Kirchner Media

Auch beim VfL Osnabrück wartet man gespannt auf die Entscheidung der Politik, ob der deutsche Profifußball auf absehbare Zeit, idealerweise am 9. Mai, den Spielbetrieb wieder starten kann. Klar ist, dass es im Falle eines positiven Signals von Bund und Ländern, die sich der Thematik voraussichtlich am Donnerstag in ihrer nächsten Konferenz widmen wollen, für die Lila-Weißen im Kampf gegen den Abstieg ernst würde.

Nach der Zwangspause gilt es für Osnabrück, schleunigst den Negativtrend der letzten acht Spieltage zu stoppen. Nur drei von 24 möglichen Punkten verbuchte der seit Mitte Dezember sieglose Aufsteiger, dessen im Winter noch komfortabel erscheinender Vorsprung auf die Abstiegszone auf nur noch vier Zähler geschrumpft ist. Ein Grund dafür ist die verloren gegangene defensive Stabilität mit 19 Gegentoren alleine in den acht Spielen der Rückrunde. In den 17 Partien der Hinserie waren es insgesamt lediglich 16 gegnerische Treffer.

Alleine die Abwehr für die Anfälligkeit der letzten Wochen verantwortlich zu machen, wäre sicherlich zu kurz gegriffen. Vielmehr stimmte das gesamte Defensivverhalten der Mannschaft nicht mehr. Auch das zentrale Mittelfeld schaffte es zuletzt nur noch bedingt, die Räume zu schließen und der Hintermannschaft damit Arbeit abzunehmen.

Taffertshofer gegen Wehen Wiesbaden erstmals auf der Bank

Vor der Corona-Pause entschied sich Trainer Daniel Thioune deshalb, das über eineinhalb Jahre lang bewährte Duo David Blacha und Ulrich Taffertshofer zu sprengen. Beide hatten in der vergangenen Saison als glänzende Doppelsechs großen Anteil am Aufstieg und waren, teils mit einem weiteren defensiven Mittelfeldspieler und Blacha in etwas offensiverer Rolle auch in der 2. Bundesliga gesetzt. So verpasste Taffertshofer nur zwei der ersten 24 Partien gesperrt und stand ansonsten immer in der Startelf.

Beim bislang letzten Spiel, dem desaströsen 2:6 gegen den SV Wehen Wiesbaden, fand sich Taffertshofer trotz Fitness 90 Minuten aber auf der Bank wieder, nachdem der 28-Jährige eine Woche zuvor beim 1:3 auf St. Pauli bereits zur Pause in der Kabine bleiben musste. Eine nachvollziehbare Entscheidung aufgrund einer wiederholt enttäuschenden Leistung und einer früh kassierten gelben Karte. Dass die Lila-Weißen ohne Taffertshofer gegen Wehen Wiesbaden dann völlig auseinanderfielen, hat dessen Bedeutung für die Struktur des Osnabrücker Defensivspiels allerdings unterstrichen.

Nun hat man an der Bremer Brücke die Hoffnung, dass Taffertshofer wie die gesamte Mannschaft die Unterbrechung nutzen kann, um wieder in die Spur zu finden. Denn obwohl etwa mit Bryan Henning, Sven Köhler und Moritz Heyer andere Alternativen für das defensive Mittelfeld vorhanden wären, scheint der 2018 von der SpVgg Unterhaching gekommene Oberbayer nicht ohne Weiteres zu ersetzen.