VfL Osnabrück: Der Angriff wird zur Baustelle

Abgang von Marcos Alvarez reißt im Sommer eine Lücke

Marcos Alvarez

Kehrt dem VfL Osnabrück im Sommer den Rücken: Marcos Alvarez. © imago images / Osnapix

Daran, dass der VfL Osnabrück die Winterpause auf Platz sechs verbringen konnte und gute Aussichten auf eine einigermaßen entspannte Rückrunde hat, besitzt Marcos Alvarez fraglos großen Anteil. Mit acht Toren und einer Vorlage war der 28-jährige Angreifer an 36 Prozent der Osnabrücker Saisontreffer direkt beteiligt und somit ein wichtiger Erfolgsfaktor.

Umso schmerzlicher war für Verantwortliche und Fans der Lilia-Weißen die Nachricht, dass Alavarez seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern, sondern dann ablösefrei zum polnischen Erstligisten Cravocia Krakau wechseln wird. Für Benjamin Schmedes kam die Entscheidung des Torjägers nicht vollends unerwartet, allerdings hatte der Sportdirektor nicht zu diesem Zeitpunkt damit gerechnet.

„Wir waren in Gesprächen, zuletzt unmittelbar vor den Feiertagen. Es war abzusehen, dass es sehr schwer würde, ihn zu halten. Dass er sich so früh für einen neuen Klub entscheidet, hat mich etwas überrascht“, zitiert der „Kicker“ (Ausgabe 4/2020 vom 06.01.2020) den Schmedes, für den sich damit schon jetzt eine sommerliche Großbaustelle auftut.

Alvarez auch als Freistoßschütze kaum zu ersetzen

Denn der Handlungsbedarf in vorderster Front ist schon jetzt unverkennbar. Nicht nur wegen des bevorstehenden Abgangs von Alvarez, sondern auch, weil ansonsten noch kein Osnabrücker Angreifer getroffen hat. Benjamin Girth, der von Holstein Kiel nur ausgeliehen ist, dürfte nach jetzigem Stand nicht über diese Saison verpflichtet werden, weckt vielmehr aktuell Begehrlichkeiten bei mehreren Drittligisten und könnte sogar noch im Winter ein Wechselkandidat sein.

Marc Heider, der häufig auch auf dem Flügel eingesetzt wird, sowie der auch verletzungsbedingt nur auf sechs Einsätze gekommene Kevin Friesenbichler besitzen noch Verträge bis 2021. Beide werden voraussichtlich auch in der nächsten Saison zum Kader gehören. Möglicherweise wird dann auch der ebenfalls bis 2021 gebundene Etienne Amenyido, der offensiv flexibel einsetzbar ist und in der Spitze mit immerhin einem Treffer durchaus vielversprechende Ansätze gezeigt hat, verstärkt ganz vorne eingeplant.

Nicht umhin kommen die Osnabrücker Verantwortlichen indes um die Verpflichtung mindestens eines neuen Stürmers, der Torgefahr ausstrahlt. Gleichzeitig gilt es, einen neuen Standardspezialisten zu finden, denn insbesondere mit seiner Qualität bei Freistößen hinterlässt Alvarez definitiv eine kaum zu schließende Lücke.  Aufgaben für Sportdirektor Schmedes, die es in sich haben, zumal für Alvarez keine Ablöse fließt, die reinvestiert werden könnte.