VfL Osnabrück: Kaum Gegentore trotz personeller Wechsel

Dennoch Luft nach oben im Defensivverhalten

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Montag, 26.10.20 | 08:48
Ken Reichel vom VfL Osnabrück

Neuzugang Ken Reichel trägt mit seiner Erfahrung zur Stabilität bei. ©Imago images/Jan Huebner

Auch die coronabedingte Pflichtspielpause von 23 Tagen und einer längere Phase ohne normales Mannschaftstraining hat den VfL Osnabrück nicht von seinem positiven Weg abgebracht. Die Lila-Weißen blieben nach fünf Punkten aus den ersten drei Spielen auch am gestrigen Sonntag beim 1. FC Heidenheim ungeschlagen und verbuchten mit dem 1:1 beim letztjährigen Tabellendritten einen respektablen, sechsten Zähler.

Bemerkenswert ist nach inklusive dem 1:0-Sieg in der ersten Pokalrunde beim SV Todesfelde fünf Pflichtspielen die Bilanz von nur drei Gegentoren in 450 Minuten. Erst recht, weil Trainer Marco Grote in den hinteren Reihen kurz vor dem Liga-Auftakt den im Pokal noch eingesetzten und eigentlich als Leistungsträger eingeplanten Moritz Heyer zum Hamburger SV ziehen lassen musste.

Reichel und Trapp bislang als Konstanten

Personell und taktisch variierte Grote auch nach dem Abgang von Heyer. Nachdem am ersten Spieltag beim 1:1 bei Greuther Fürth noch eine Dreierkette begann, lief zuletzt drei Mal in Folge eine Viererkette auf, allerdings in unterschiedlicher Besetzung. Im Vergleich zum 0:0 beim VfL Bochum vor der gut dreiwöchigen Zwangspause rückten in Heidenheim Konstantin Engel als Rechtsverteidiger für den gelb-rot-gesperrten Bashkim Ajdini und der wieder fitte Timo Beermann als Innenverteidiger für Lukas Gugganig in die Startelf. Beide machten ihre Sache ordentlich, sodass Coach Grote vor kniffligen Entscheidungen steht.

Der vor der Saison vom 1. FC Heidenheim zurückgekehrte Routinier Beermann sollte indes im Normalfall seinen Platz ebenso sicher haben wie Linksverteidiger Ken Reichel und Kapitän Maurice Trapp, die in der Liga jeweils noch keine Sekunde verpasst haben.

Probleme im Umschalten nach Ballverlust

Nicht hinwegtäuschen darf die niedrige Anzahl an Gegentoren indes darüber, dass in Sachen Defensivarbeit beim VfL Osnabrück durchaus noch Luft nach oben besteht. Auffällig waren in Heidenheim besonders Probleme beim Umschalten nach Ballverlust. So resultierte die zwischenzeitliche Heidenheimer Führung eben aus einer solchen Situation.

Beinahe die identische Szene hätte bei einem Lattentreffer von Robert Leipertz fast auch noch einen zweiten Treffer für den FCH zur Folge gehabt. Darüber hinaus fehlten den Lila-Weißen noch weitere Male Tempo in Entschlossenheit in der Rückwärtsbewegung, was sicherlich auch Trainer Grote als Schwach- und Ansatzpunkt für die Trainingseinheit der näheren Zukunft ausgemacht haben dürfte.

Allzu viel Zeit für intensives Training bleibt zumindest in den nächsten Tagen aber nicht. Denn bereits am Mittwoch geht es mit dem Nachholspiel gegen Darmstadt 98 weiter, bevor wiederum nur drei Tage später der SV Sandhausen an der Bremer Brücke gastiert.