Timo Achenbach überzeugt von Ex-Klubs

Interview mit dem ehemaligen Kölner & Fürther

Timo Achenbach in Aktion beim 1. FC Köln (hier gegen Dirk Lottner) und bei Greuther Fürth

Blickt auf erfolgreiche Zeiten zurück: Timo Achenbach links beim 1. FC Köln, rechts bei Greuther Fürth ©Imago/Ulmer/Schreyer

Am Samstag empfängt der 1. FC Köln die SpVgg Greuther Fürth im heimischen Rheinenergiestadion, für Ex-Spieler Timo Achenbach eine besondere Partie. Mit dem Effzeh stieg er 2005 auf und ärgert sich, „dass die Zeit dort nur ein Jahr gedauert hat“, wie er im Interview verrät.

Weitaus länger, nämlich drei Jahre schnürte sich der ehemalige Linksverteidiger seine Fußballstiefel für Greuther Fürth. Wie Achenbach seine Zeiten in Köln und am Ronhof einordnet, was er zur aktuellen Lage seiner Ex-Vereine sagt und wieso er das direkte Duell am Samstag nicht komplett verfolgen kann, verrät er uns im Gespräch.

Herr Achenbach, was ist das prägendste Erlebnis, wenn Sie an Ihre Zeit bei der SpVgg Greuther Fürth denken?
Timo Achenbach: „Generell hatte ich eine erfolgreiche Zeit dort. Rückblickend ist es aber etwas ärgerlich, dass wir im März 2008 unter Bruno Labbadia zwar Erster waren, aber den Aufstieg in den verbleibenden zwei Monaten verspielten. Wir hatten damals eine gute Mannschaft, die perfekt harmonierte. Wir hätten den Aufstieg verdient gehabt.“

Der Ronhof ist eines der ältesten Stadien Deutschlands. Wie wichtig ist einem diese Tradition als Spieler?
Achenbach: „Das spielt schon eine gewisse Rolle. Als ich Fürth verließ und das Angebot aus Aachen kam, habe ich mich auch dort mit dem Stadion, dem Tivoli beschäftigt. Mit dem Ronhof war es ähnlich. Wenn man weiß, dass dort bereits eine lange Zeit Fußball gespielt wurde, beschäftigt einen das.“

Mich freut es, dass die Fürther in diesem Jahr wieder oben dabei sind. (über die SpVgg)

Verfolgen Sie die aktuelle Lage der Kleeblätter?
Achenbach: „Auf jeden Fall. Ich habe auch noch mit Rachid Azzouzi ab und an Kontakt. Wenn man sich in den Stadien sieht, tauscht man sich aus.“

Greuther Fürth ist gut gestartet. Wie bewerten Sie die Situation der SpVgg?
Achebach: „Mich freut es, dass die Fürther in diesem Jahr wieder oben dabei sind. Sie haben sich gut verstärkt. Mit Keita-Ruel haben sie einen Stürmer bekommen, der auch mal etwas anderes verkörpert, als die üblichen Profis. Viele Spieler sind weichgespült. Da kann es guttun, wenn jemand dabei ist, der eine etwas andere Vergangenheit hat.“  

Ein Neuzugang ist auch Tobias Mohr. Als Sie in Aachen spielten, kickte Mohr dort in der Jugend. Haben Sie damals schon etwas von ihm mitbekommen?
Achenbach: „Damals nicht. Aber als er mit Aachen in der Regionalliga spielte, habe ich ihn ein paar Mal gesehen. Dort ist er mir aufgefallen. Jetzt in Fürth habe ich auch nur Gutes von ihm gesehen. Generell also Kompliment an die sportliche Führung, wie sie eingekauft hat.“

Da war jeder nicht mehr ganz nüchtern. (über den Aufstieg mit dem 1. FC Köln)

Vor Ihrer Zeit am Ronhof kickten Sie ein Jahr für den 1. FC Köln. Wie würden Sie die Begeisterung der Effzeh-Anhänger beschreiben?
Achenbach: „Nach meinem Jahr in Lübeck war der 1. FC Köln mein erster großer Verein. Wenn du jedes zweite Wochenende vor 45.000 Zuschauern spielen kannst, ist das etwas ganz Besonderes. Ich hatte dann eine gute Phase beim Effzeh. Da wurde ich vom einen auf den anderen Tag richtig hochgehypt. Ich habe aber auch erfahren, wie es rückwärts geht.“

Sie standen mit langjährigen Geißböcken wie Christian Springer, Matthias Scherz oder Lukas Podolski auf dem Feld. Was haben sie Ihnen verraten, was Sie vorher noch nicht über den Effzeh wussten?
Achenbach: „Man muss immer seine eigenen Erfahrungen machen. Es ist leider so im Fußball, dass es Menschen gibt, die es nicht immer ehrlich mit einem meinen. Für mich war es rückblickend einfach ein spannendes Jahr. Als ich kam, war ich 22 und es waren schon Spieler da, die bereits einiges erreicht hatten. Da konnte man sich im Training jeden Tag etwas abschauen. Im Nachhinein ärgert es mich, dass die Zeit dort nur ein Jahr gedauert hat.“

Am Ende stand der Aufstieg in die Bundesliga zu Buche. Ihr größter Karriere-Erfolg?
Achenbach: „Ja, das war ein riesiges Erlebnis. Ich kann mich noch genau an das Montagabendspiel (Anm. d. Red.: Der 1. FC Köln gewann 2:1 und stieg auf) in Aue erinnern. Wir sind mit dem Flugzeug zurückgeflogen. Am Flughafen haben uns tausende Leute empfangen, später auch am Geißbockheim. Das war eine ganz tolle Erfahrung.“

Ich bin schon davon überzeugt. (auf die Frage, ob der Effzeh aufsteigt)

Wer war denn der Führende im Feiern?
Achenbach: „Da war jeder nicht mehr ganz nüchtern. Über die genauen Abläufe auf der Feier fehlt mir etwas die Erinnerung.“

Wie überzeugt sind Sie, dass dem Effzeh auch in dieser Saison der Aufstieg gelingt?
Achenbach: „Ich bin davon schon überzeugt. Aber man merkt, dass die zweite Liga sehr ausgeglichen ist. Der Effzeh geht als Favorit in jedes Spiel. Letztendlich wird der Verein nur scheitern, wenn die Spieler nicht die richtige Einstellung finden und glauben, es könnte mit 70 oder 80 Prozent gehen. Die erfahrenen Spieler werden aber dafür sorgen, dass die Jungs in jedem Spiel 100 Prozent raushauen.“

Ich arbeite jetzt beim BVB, bin dort Co-Trainer der U10. (über seine momentane Tätigkeit)

Mit Modeste kommt jetzt noch eine zusätzliche Alternative hinzu. Eine Verstärkung, weil er Qualität mitbringt oder schafft man sich möglicherweise eine unnötige Baustelle durch größeren Konkurrenzkampf?
Achenbach: „Das ist im Vorfeld schwer zu beurteilen. Man weiß nicht ganz genau, wo Anthony Modeste steht. Wenn er fit ist, ist er aber eine Waffe. Für eine Mannschaft ist es eine Herausforderung, wenn mitten in der Saison ein Spieler kommt, der den Anspruch hat, sofort zu spielen. Dann sind ein paar Leute gefragt, die ihn innerhalb der Mannschaft integrieren.“

Am Samstag empfängt Köln mit Greuther Fürth einen unangenehmen Gegner. Gibt es eine Überraschung oder setzt sich der Favorit durch?
Achenbach: „Ich denke, der Effzeh wird gewinnen.“

Wie verfolgen Sie die Partie?
Achenbach: „Ich selbst schaffe es am Samstag nicht zum Spiel. Ich arbeite jetzt beim BVB, bin dort Co-Trainer der U10. Wir spielen am Vormittag gegen Fortuna Düsseldorf. Erst kürzlich haben wir in einem Turnier in Leipzig unter anderem gegen Bayern und Benfica gespielt. Wenn man die jungen Kicker sieht, wie sie sich verhalten und in den Zweikämpfen durchsetzen wollen, ist das schön zu sehen. Es erinnert mich an meine Kindheit, ist aber im Vergleich zu meiner Anfangszeit ein riesiger Unterschied.“

Herr Achenbach, Danke für das Gespräch!

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